App statt Korrekturenkarten

Düngeempfehlung auf dem Smartphone: Yara N-Tester und Irix App

Messung-mit-dem-Yara-N-Tester-im-Winterweizen

Viele N-Tester-Nutzer fragen uns: „Warum sollen wir jetzt eine App verwenden, um eine Düngeempfehlung zu bekommen? Mit den bisherigen Korrekturkarten hat es doch auch funktioniert.“ Das sind die Gründe.

Die richtige Stickstoff-Düngermenge zu bestimmen, ist für Landwirte häufig schwierig. Meist düngen sie – je nach Bestandsentwicklung – eine betriebsübliche Menge Stickstoff. Diese entspricht aber oft nicht dem tatsächlichen Stickstoffbedarf der Pflanzen, da dieser von Jahr zu Jahr stark schwankt. Das liegt einerseits daran, dass unterschiedliche Mengen an Stickstoff aus dem Bodenvorrat nachgeliefert werden. Andererseits nehmen die Pflanzen unterschiedliche Mengen an Stickstoff auf – je nach Wachstum und Ertrag. Abhilfe schafft der Yara N-Tester. Er ist schon seit fast dreißig Jahren ein bewährtes Hilfsmittel, um den Stickstoffbedarf von Getreide zuverlässig zu bestimmen.

So funktioniert der N-Tester

Der N-Tester misst optisch über das Blattgrün den Chlorophyll-Gehalt des Getreideblattes. Da zwischen dem Chlorophyll-Gehalt und dem Stickstoff-Gehalt der Blätter ein enger Zusammenhang besteht, lässt sich so auf die Stickstoff-Versorgung des Getreides schließen. Diese Information ermöglicht es, die zweite Stickstoff-Gabe und die dritte Stickstoff-Gabe optimal zu bestimmen.

So wurde die Höhe der Stickstoff-Düngeempfehlungen bisher ermittelt

Alter N-Tester Korrekturkarte mit BeispielrechnungZunächst wurden viele Stickstoff-Steigerungsversuche durchgeführt. Aus diesen Daten wurde für die Entwicklungsstadien „Schossen“ und „Ährenschieben“ die optimale Stickstoff-Düngermenge berechnet.

Diese Empfehlungen wurden jedes Jahr mit den neusten Versuchsergebnissen verglichen und regelmäßig angepasst.

Da die optische Messung durch die sortentypische Blattfarbe beeinflusst wird, gibt es für jede Sorte einen Korrekturfaktor. Dieser war bisher auf der Rückseite der N-Tester-Karten zu finden (Abbildung 1). Der N-Tester-Messwert wird um den sortenspezifischen Faktor korrigiert. Anhand des korrigierten Wertes konnte die Düngeempfehlung von der Karte abgelesen werden. Dabei wurde ein durchschnittlicher Ertrag angenommen.

Der Vorteil der Yara Irix App im Vergleich zur Sortenkorrektur-Karte

Die bisherige N-Tester Empfehlung eignete sich für mittlere bis gute ErträgeDass es aber durchaus sinnvoll ist, auch das Ertragsniveau bei der Düngeempfehlung miteinzubeziehen verdeutlicht Abbildung 2. Hier sehen Sie, dass die bisherigen N-Tester-Empfehlungen sehr gut für ein mittleres bis gutes Ertragsniveau passen. Dabei bildet die schwarze Linie die bisherigen statischen Empfehlungen ab, die blaue Linie ein mittleres bis gutes Ertragsniveau.

Bei hohen Erträgen (gelbe Linie) ist die bisherige Empfehlung jedoch zu niedrig und bei unterdurchschnittlichen Erträgen (grüne Linie) zu hoch. Das heißt, es wird auf sehr guten Standorten Ertragspotenzial verschenkt und etwa auf Grenzstandorten zu viel gedüngt. Es macht also Sinn, bei der Empfehlung das erwartete Ertragsniveau zu berücksichtigen. Und genau das macht die App YaraIrix.
Sie berechnet die benötigte Stickstoffmenge abhängig von dem Ertragsniveau und dem angestrebten Proteinwert. Man bezeichnet diese Art der Berechnung auch als Bilanzmethode.

Wann kann ich den N-Tester einsetzen?

N-Tester-Messung-im-WinterweizenSie können den N-Tester erst zur zweiten oder dritten Gabe anwenden. Die Andüngung und der N-min-Wert werden berücksichtigt. Bei der bisherigen empirischen Methode, ist man von einem Schätzwert ausgegangen. Je nachdem wie der Bestand vor der ersten Gabe entwickelt ist, kann es aber nötig sein, von diesem Wert abzuweichen.

Bei der Yara IrixApp haben Sie die Möglichkeit die Höhe Ihrer Andüngung und den Nmin-Wert einzugeben. Dadurch erhalten Sie eine individuellere und genauere Düngeempfehlung. Alternativ können Sie auch mit dem voreingestellten Standardwerten fortfahren (Abbildung 3).

Wie kommt es nun zu der N-Tester Empfehlung mit der Bilanzmethode?

Aus den Angaben des Nutzers zu Sorte, Produktionsziel, Entwicklungsstadium, Nmin-Wert, Höhe der Andüngung und Ertragserwartung wird ein Stickstoffbedarf errechnet. Mithilfe des N-Testers wird nun der tatsächliche Versorgungszustand der Pflanzen gemessen und mit dem berechneten Stickstoffbedarf verglichen. Ist der Versorgungszustand der Pflanze besser, etwa durch eine hohe Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden, wird die empfohlene Stickstoffmenge reduziert. Bei einer Unterversorgung mit Stickstoff entsprechend erhöht.

Fazit zum Einsatz des Yara N-Testers und der Yara Irix App

Der N-Tester stellt ein bewährtes Tool da, um den Stickstoffbedarf der Bestände zu bestimmen. Eine App bietet den Vorteil, dass der Nutzer zusätzliche Faktoren wie Ertragsniveau, tatsächlicher Nmin-Wert und Höhe der ersten Stickstoffgabe individuell eingeben kann. Durch diese Informationen wird die N-Tester-Empfehlung gegenüber den bisher verwendeten Karten noch genauer.

Wie sich der N-Tester-Einsatz auch unter den Bedingungen der neuen Düngeverordnung noch lohnt, lesen Sie in einem weiteren Newsletter.

Interessiert an unserem kostenlosen Newsletter per E-Mail? Dann melden Sie sich hier an!