Düngen bei Trockenheit: Die Stickstoff-Form ist entscheidend

Düngung bei Trockenheit

Die Nährstoff-Form hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob ein Stickstoffdünger unter trockenen Bedingungen effizient wirkt. Daher ist es wichtig, den passenden Dünger zu wählen.

Nur wenn Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind, können sie das verfügbare Wasser optimal nutzen. Zahlreiche Studien belegen, dass nitratbasierte Düngemittel bei Trockenheit deutlich besser wirken als Harnstoff und AHL.

Harnstoff mit Ureaseinhibitor ist nur langsam verfügbar

Wird Harnstoff gedüngt, so muss dieser laut Düngeverordnung mit einem Ureaseinhibitor behandelt sein, um die Ammoniakverluste zu minimieren. Der Inhibitor drosselt die Geschwindigkeit der Umwandlung von Harnstoff zu Ammonium und weiter zu Nitrat. Das heißt, der mit einem Ureaseinhibitor behandelte Stickstoff kann nicht sofort in größeren Mengen von den Pflanzen aufgenommen werden. Gerade bei Trockenheit besteht weiterhin das Problem, dass das bei der Umwandlung von Harnstoff entstehende Ammonium an Tonminerale gebunden wird und den Pflanzen nicht zur Verfügung steht.

AHL wird nur zu geringem Teil über das Blatt aufgenommen

Bei einer Düngung mit AHL wird nur ein sehr geringer Teil des Stickstoffs – weniger als 10 Prozent – über das Blatt aufgenommen. Die größte Menge an AHL trifft auf den Boden und muss dort größtenteils erstmal in aufnehmbares Nitrat umgewandelt werden. Zudem bleibt der Stickstoff bei Trockenheit in der obersten Bodenschicht, wo er extrem verlustgefährdet ist. Hier kann er leicht in Form von gasförmigem Ammoniak aus dem Boden entweichen. Eine Düngung von 200 l/ha AHL bedeutet 0,02 mm Wasser/m2. Im Vergleich dazu entsteht in einer Tau-Nacht zwischen 0,1 und 0,5 mm Wasser/m2.

Ammoniumnitrat ist im Boden mobil

Gerade, wenn den Pflanzen nur wenig Wasser zur Verfügung steht, ist es besonders wichtig, die richtige Stickstoff-Form zu wählen. Ammoniumnitrat – zum Beispiel als KAS – löst sich schnell im Boden und es entstehen kaum Verluste. Darüber hinaus zeichnet sich Nitrat dadurch aus, dass es unter trockenen Bedingungen mobiler ist und besser in durchwurzelte Bodenschichten eindringt. Leicht verfügbarer Nitratstickstoff wird schnell von der Pflanze aufgenommen und erweist sich damit als ideal für eine gezielte Stickstoffgabe bei Wassermangel.

Fazit zu Düngen bei Trockenheit

Nitratbasierte Düngemittel (KAS) wirken bei Trockenheit besser als AHL oder Harnstoff. Der Grund: Nitrat ist im Boden mobiler und gelangt schneller in die Wurzelzone. Die Pflanzen können so den Stickstoff direkt aufnehmen und das zur Verfügung stehende Wasser effizienter nutzen. Das Ergebnis ist ein höherer Ertrag.

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