Pferdeweiden sind Dauergrünland, das für die stundenweise oder auch 24-stündige Beweidung durch Pferde genutzt wird. Jungpferde in der Aufzucht werden häufig in der Vegetationszeit Tag und Nacht auf Weiden gehalten. In der klassischen Pensionspferdehaltung erfolgt meist stundenweiser oder halbtägiger Zugang zur Weide.
Pferdeweiden müssen viel leisten: Sie liefern Futter, bieten Bewegung und dienen als Lebensraum. Daher ist eine dichte, tragfähige Grasnarbe die Grundvoraussetzung einer guten Pferdeweide. Damit das gelingt, müssen Pflege, Nutzung und Düngung zusammenpassen. Entscheidend sind Bodenuntersuchung, angepasste Nährstoffgaben und ein gutes Narbenmanagement.
Worauf sollte bei Pferdeweiden geachtet werden?
Bei Pferdeweiden steht eine dichte, tragfähige und elastische Grasnarbe im Mittelpunkt. Sie muss der hohen Trittbelastung und dem stärkeren Bewegungsdrang der Pferde standhalten. Durch Wälzen, selektives Fressen und Kotstellen wird die Fläche stark beansprucht. Offene Stellen sollten deshalb vermieden oder schnell durch Nachsaat geschlossen werden. Auch eine regelmäßige Kontrolle auf Unkraut und Giftpflanzen, zum Beispiel Jakobskreuzkraut, gehört dazu. Unterlassene Stickstoff-Düngung und mangelnde Pflege können dazu führen, dass wertvolle Gräser an Konkurrenzkraft verlieren und sich minderwertige Pflanzen ausbreiten. Wichtig sind daher eine angepasste Düngung, eine konsequente Weidepflege und ein strukturreicher, eher eiweißarmer Pflanzenbestand, der zum jeweiligen Pferdetyp passt. Besonders Robustrassen oder übergewichtige Pferde reagieren empfindlich auf sehr energiereiches Futter und hohe Fruktanwerte.
Was gehört zur Pflege von Pferdeweiden?
Hauptziel der Pferdeweiden-Pflege ist der Erhalt einer geschlossenen, dichten Grasnarbe. Vor allem im Frühjahr ist die Pflege wichtig.
Zu den Maßnahmen gehören:
Abschleppen im Frühjahr
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört das Abschleppen. Dabei sollte die Weide gut abgetrocknet sein. Durch das Abschleppen werden Maulwurfshügel und Bodenunebenheiten eingeebnet, leichte Verschmutzungen verteilt und Grasnarben freigelegt, die von Kothaufen oder abgestorbenen Pflanzenteilen bedeckt sind. So wird die Fläche auch gut auf eine Nachsaat vorbereitet.
Walzen
Je nach Standort kann außerdem Walzen sinnvoll sein, vor allem auf aufgefrorenen, humosen oder sehr nassen Böden. Das Walzen stellt den Bodenschluss wieder her und verbessert den Kontakt zwischen oberer Bodenschicht und wasserführender Bodenschicht.
Nachsaat
Bei lückenhaften oder schwachen Beständen sollten die offenen Stellen durch Übersaat oder Nachsaat geschlossen werden. Eine Nachsaat ist im zeitigen Frühjahr möglich, kann aber auch am Sommerende erfolgen. Wichtig ist, dass das Saatgut Bodenkontakt bekommt und die Fläche danach nicht sofort wieder stark belastet wird.
Mulchen
Auch Nachmahd oder Mulchen können zur Pflege gehören. Da Pferde selektiv fressen und Weidereste stehen lassen, hilft regelmäßiges Mähen, den Bestand gleichmäßig zu halten und unerwünschte Pflanzen zurückzudrängen. Beim Mulchen werden die Pflanzenreste zerkleinert und bleiben auf der Fläche. Sie verrotten dort und können zur Humusbildung beitragen. Wenn viel unerwünschter Aufwuchs oder Samenstände vorhanden sind, ist es jedoch besser, das Mähgut abzufahren.
Was ist der Unterschied zwischen Pferdeweiden und Milchvieh-Weiden?
Pferdeweiden werden meist extensiver geführt als Kuhweiden, sind durch die oft höhere Besatzdichte aber stärker belastet. Pferde fressen selektiver, bewegen sich mehr und beanspruchen die Grasnarbe durch Tritt, Wälzen und Kotstellen. Deshalb brauchen Pferdeweiden vor allem eine dichte, tragfähige Grasnarbe und gräserbetonte Bestände mit ausreichend Rohfaser. Hochleistungsgräser wie im intensiv genutzten Milchviehgrünland sind meist nicht nötig, da Pferde eher strukturreiches und nicht zu energiereiches Futter benötigen. Sehr nährstoffreiche Weiden können besonders bei Robustrassen oder stoffwechselempfindlichen Pferden zu Problemen wie Übergewicht oder Hufrehe beitragen.
Welche Pflanzen sollten auf einer Pferdeweide ausgebracht werden?
Für Pferdeweiden eignen sich robuste, gräserbetonte Bestände, die Tritt und Biss der Pferde gut aushalten. Ziel ist eine dichte, belastbare Grasnarbe mit etwa 75 bis 80 Prozent Gräsern sowie 10 bis 15 Prozent Kräutern und Klee. Besonders empfehlenswert sind narbenbildende und trittfeste Gräser wie Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe und Wiesenlieschgras. Sie verbessern die Belastbarkeit der Fläche und tragen zu einem schmackhaften, strukturreichen Aufwuchs bei. Gleichzeitig sollte der Bestand nicht zu energiereich sein, da Pferde je nach Rasse, Nutzung und Stoffwechsel unterschiedlich empfindlich auf nährstoffreiches Futter reagieren. Fertige Saatgutmischungen speziell für Pferdeweiden sind im Fachhandel erhältlich.
Wann ist die Saatzeit für die Pflanzen der Pferdeweide?
Nachsaat und Übersaat sind in der Regel von März bis September möglich. Am besten erfolgt die Nachsaat im Frühjahr, wenn auch die Weidepflege und die erste Düngung beginnen. Wichtig ist, dass die Fläche gut befahrbar ist, damit die bestehende Grasnarbe geschont wird. Eine Übersaat kann mehrmals jährlich mit 4 bis 8 kg Saatgut pro Hektar erfolgen, um den Bestand laufend zu verbessern. Bei größeren Lücken ist eine gezielte Nachsaat sinnvoll, je nach Zustand der Fläche mit bis zu 24 kg Saatgut pro Hektar. Entscheidend ist, dass das Saatgut Bodenkontakt bekommt und die Fläche danach nicht sofort wieder stark belastet wird.
Warum ist die Düngung von Pferdeweiden besonders wichtig?
Ein gutes Weidemanagement hilft, wertvolle Gräser zu erhalten und unerwünschte Pflanzen zurückzudrängen. Dabei spielt eine angepasste Düngung eine wichtige Rolle. Pferdeweiden werden durch Tritt, Wälzen, selektives Fressen und Kotstellen stark beansprucht. Eine gezielte Nährstoffversorgung unterstützt die wertvollen Gräser, hält sie konkurrenzstark und fördert eine dichte, tragfähige und regenerationsfähige Grasnarbe. Wird zu wenig gedüngt, können wertvolle Gräser zurückgehen. Dadurch entstehen Lücken, in denen sich unerwünschte Pflanzen und Unkräuter leichter ausbreiten. Vor allem die Stickstoff-Düngung sollte gezielt eingesetzt werden, da sie den Aufwuchs und auch die Fruktan-Konzentration im Gras beeinflussen kann. Düngung allein reicht jedoch nicht aus: Lücken, Trittschäden und alte Weidereste müssen zusätzlich durch Narbenpflege, Nachmahd und Nachsaat bearbeitet werden.
Wann sollten Pferdeweiden gedüngt werden?
Stickstoffgaben erfolgen meist im Frühjahr und bei Bedarf in kleineren Nachdüngungen während der Vegetationszeit. Nach einer Stickstoffdüngung sollte die Fläche etwa drei Wochen ruhen, bevor sie wieder beweidet wird. Die Vorgaben der Düngeverordnung, zum Beispiel Sperrfristen und Einschränkungen bei gefrorenen, überschwemmten oder wassergesättigten Böden, sind dabei einzuhalten.
Welcher Dünger ist für Pferdeweiden empfehlenswert?
Für Pferdeweiden eignen sich vor allem mineralische Stickstoff-Dünger wie Kalkammonsalpeter. Dieser wirkt aufgrund seines Anteils an schnellverfügbarem Nitrat auch bei niedrigen Bodentemperaturen rasch, daher ist dann eine frühe Beweidung möglich.
Grundlage der Düngung sollte immer eine Bodenuntersuchung sein. Sie zeigt, ob Phosphat, Kalium, Magnesium oder Kalk fehlen und ob der pH-Wert passt. Je nach Ergebnis kann auch ein NPK-Dünger eingesetzt werden.
Für die Regeneration der Grasnarbe ist eine maßvolle Stickstoffdüngung wichtig. Stickstoff fördert das Wachstum wertvoller Gräser und hilft, eine dichte, konkurrenzstarke Grasnarbe zu erhalten. Die Gaben sollten jedoch nicht zu hoch ausfallen, damit der Aufwuchs nicht zu energiereich wird.
Sinnvoll sind Dünger, die neben Stickstoff auch Schwefel enthalten (z.B. YaraBela Sulfan), da Schwefel die Stickstoffwirkung unterstützt. Bei niedrigen pH-Werten kann außerdem eine Kalkung notwendig sein. Organische Dünger wie Mist oder Gülle sollten auf Pferdeweiden nur vorsichtig und gezielt eingesetzt werden, möglichst außerhalb der Weidesaison.
Was ist bei der Düngung von Pferdeweiden zu beachten?
Die Düngung richtet sich nach Nutzung, Standort, Pflanzenbestand und Bodenversorgung. Grundlage ist immer eine Bodenuntersuchung auf Phosphat, Kalium, Magnesium, Kalkbedarf und pH-Wert. Die Probennahme kann vom Herbst bis ins Frühjahr erfolgen und sollte etwa alle drei bis vier Jahre wiederholt werden. Die Düngung sollte nicht pauschal erfolgen, sondern an Bodenwerte, Nutzung und Futterziel angepasst werden. Angestrebt wird bei der Nährstoffversorgung die Gehaltsklasse C, da der Boden dann ausreichend versorgt ist und dieses Niveau gehalten werden sollte. Außerdem ist zu beachten, ob die Fläche nur beweidet, zur Heugewinnung genutzt oder kombiniert bewirtschaftet wird. Bei reiner Beweidung kommen viele Nährstoffe über Kot und Harn zurück, allerdings ungleichmäßig. Bei Heuschnitt oder regelmäßigem Absammeln der Pferdeäpfel steigen die Nährstoffentzüge deutlich.
Grunddüngung von Pferdeweiden
Phosphat, Kalium und Magnesium sichern die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Grasnarbe. Für Pferdeweiden sind bei Phosphat und Kalium geringere Zielwerte einzuhalten als bei intensivem Wirtschaftsgrünland. Als Orientierung dienen 8 bis 10 Milligramm je 100 Gramm Boden für Pferdeweiden.
Auch der pH-Wert ist wichtig. Liegt er zu niedrig, verschlechtern sich Nährstoffverfügbarkeit, Bodenstruktur und Pflanzenbestand. Es gelten folgende Orientierungswerte: nicht unter 5,2 auf leichten sandigen Böden, nicht unter 5,5 auf mittleren bindigen Böden und nicht unter 5,7 auf sehr schweren Böden.
Bei niedrigen pH-Werten kann eine Erhaltungskalkung sinnvoll sein. Bei gleichzeitigem Magnesiummangel bietet sich magnesiumhaltiger Kalk an.
Die Grunddüngung sollte nach Bodenuntersuchung erfolgen, die LUFA bieten hier häufig eine gesonderte Untersuchung speziell für Pferdeweiden an.
Stickstoffdüngung von Pferdeweiden
Stickstoff steuert vor allem den Weideertrag. Er fördert das Gräserwachstum und hilft der Narbe, sich nach Nutzung und Trittbelastung schneller zu regenerieren. Gleichzeitig sollte Stickstoff auf Pferdeweiden nicht pauschal eingesetzt werden.
Wenn genügend Aufwuchs vorhanden ist, kann auf eine zusätzliche Stickstoffgabe verzichtet werden. Wird Stickstoff eingesetzt, sollten die Einzelgaben moderat bleiben. Maximale Einzelgaben von 30 bis 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar sind zu empfehlen. Nach der Düngung sollte die Fläche etwa drei Wochen ruhen, damit der Dünger wirken kann und der Aufwuchs wieder nutzbar ist.
Bei starker Narbenbeanspruchung und knapper Fläche kann eine häufigere, aber niedrigere Stickstoffdüngung sinnvoll sein. Für reine Weidenutzung werden je nach Zielsetzung Frühjahrsgaben von etwa 30 bis 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar empfohlen. Nachwüchse können mit kleineren Gaben alle vier bis acht Wochen unterstützt werden. Wird zuerst Heu geschnitten und danach beweidet, liegen die Frühjahrsgaben höher, da mit dem Schnitt deutlich mehr Nährstoffe abgefahren werden.
Schwefeldüngung von Pferdeweiden
Schwefel ist wichtig, damit der eingesetzte Stickstoff optimal wirken kann. Deshalb sollte bei jeder Stickstoffgabe auch Schwefel mitgedüngt werden. Das unterstützt das Wachstum wertvoller Gräser und hilft, einen dichten, konkurrenzstarken Pflanzenbestand aufzubauen. Besonders bei der Erzeugung von hochwertigem Pferdeheu ist diese Kombination sinnvoll, da durch den Heuschnitt regelmäßig Nährstoffe von der Fläche abgefahren werden. Hierfür eignen sich 2-3 dt/ha YaraBela Sulfan.
Fruktanwerte auf der Pferdeweide beachten
Hohe Fruktanwerte im Gras können für Pferde gesundheitlich problematisch sein und sollten im Weidemanagement unbedingt berücksichtigt werden. Gefährdet sind vor allem Robustrassen sowie Pferde mit Übergewicht oder Stoffwechselerkrankungen.
Fruktan entsteht verstärkt, wenn Gräser viel Zucker bilden, diesen aber nicht ausreichend ins Wachstum umsetzen können. Das ist zum Beispiel bei sonnig-kaltem Wetter, Trockenheit oder Stress durch ständigen Verbiss der Fall. Ein vitaler, gut versorgter Grasbestand kann dazu beitragen, Stresssituationen zu reduzieren und das Wachstum der Gräser zu unterstützen. Daher sollten Düngung, Nutzung und Weideführung immer gemeinsam betrachtet werden, um die Futterqualität zu sichern und die Pferdegesundheit bestmöglich zu unterstützen.
Übersicht Düngung von Pferdeweiden
| Nutzungsabsicht | Ziel & Düngekonzept | Nutzungsart | Frühjahrsgabe | Nachdüngung |
| Flächenknappheit, extrem starke Narbenbeanspruchung N-Bedarf: hoch |
• Sicherung einer raschen Grasnarbenregeneration
• häufige, rasentypische N-Düngung bei geringer Einzelgabe |
• ausschließliche Weidenutzung als Standweide | 45 kg N/ha
im zeitigen |
• 35 kg N/ha alle 4 Wochen • außer bei starker Trockenheit |
| Minimierung des Fütterungsaufwandes bei unterschiedlichster Flächenausstattung N-Bedarf: mittel bis hoch |
• Hohe Weideerträge bei reduziertem Aufwand
• akzeptable Futterqualitäten • N-Niveau von der Flächenausstattung abhängig machen • ausgewogene Grunddüngung nach Boden-NS-Gehalten |
• reine Weidenutzung
• Fläche knapp • Fläche ausreichend |
50 kg N/ha 30 kg N/ha |
• alle 4–6 Wochen: 35 kg N/ha
• bzw. alle 6–8 Wochen: 30 kg N/ha |
| • 1 Heuschnitt, danach Beweidung
• Fläche knapp • Fläche ausreichend |
90 kg N/ha 60 kg N/ha |
• alle 4–6 Wochen: 50 kg N/ha
• bzw. alle 6–8 Wochen: 30 kg N/ha |
||
| Kombination von Ernährungszielen mit artgerechter Haltung N-Bedarf: moderat |
• Vorrang der Futterqualität
• Steuerung des Futterangebotes nach Menge und Qualität entsprechend aktueller Erfordernisse • grunddüngungsbetont • zusätzliche Orientierung an den NS-Gehalten im Aufwuchs • N-Düngung operativer handhaben |
• reine Weidenutzung
• Fläche knapp • Fläche ausreichend |
45 kg N/ha
30 kg N/ha |
• alle 4–6 Wochen: 30 kg N/ha
• bzw. alle 6–8 Wochen: 25 kg N/ha |
| • 1 Heuschnitt, danach Beweidung
• Fläche knapp • Fläche ausreichend |
80 kg N/ha 60 kg N/ha |
• alle 4–6 Wochen: 40 kg N/ha
• bzw. alle 6–8 Wochen: 25 kg N/ha |

