Leguminosen richtig düngen: Welche Mikronährstoffe brauchen Erbsen, Soja & Co.?

Leguminosen richtig düngen

Ackerbohnen, Erbsen, Süßlupinen – in Deutschland werden auf etwa 195.000 ha Leguminosen angebaut. Damit der Anbau gelingt, gilt es bei der Düngung einiges zu beachten. Vor allem gewisse Mikronährstoffe spielen eine bedeutende Rolle.

Leguminosen leben in Symbiose mit bodenbürtigen Knöllchenbakterien, den sogenannten Rhizobien. Sie versorgen die Leguminosen mit einfachen Stickstoff- und Eiweißverbindungen, indem sie Luftstickstoff biologisch fixieren. Hierfür benötigen Sie den Mikronährstoff Molybdän.

Warum benötigen Leguminosen Molybdän zur Fixierung von Luftstickstoff?

Molybdän ist Bestandteil der Nitrogenase sowie der Nitratreduktase.

  • Mithilfe der Nitrogenase wandeln die Bakterien in einem sehr energieintensiven Prozess Luftstickstoff in Ammoniak um. Im Gegenzug liefert die Wirtspflanze energiereiche Verbindungen wie ATP und Zuckerverbindungen. Beides wird auch benötigt, um das Ammoniak sofort in den Pflanzenzellen zu Aminosäuren zu verstoffwechseln.
  • Die Nitratreduktase kommt dagegen in der Pflanze vor und ist für die Umsetzung von Nitrat über Nitrit zu Ammonium zuständig. Darauf sind Leguminosen besonders in der Jugendentwicklung bis zum Aufbau eines ausreichenden Knöllchensystems und auch bei hoher Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden angewiesen.

Leguminosen und ihre Symbionten brauchen also Molybdän, um den Stickstoff aus der Luft und aus dem Boden in Wachstum umzusetzen.

Was passiert, wenn Leguminosen unter einem Molybdän-Mangel leiden?

Fehlt Molybdän, sind die Knöllchenbakterien in ihrer Wirkung gehemmt. Die Pflanze „verhungert“ förmlich. Durch den so verursachten Stickstoffmangel kommt es zu den typischen Aufhellungen an den älteren Blättern. Der ganze Stoffwechsel wird auf Sparflamme gesetzt. Auch weil sich Nitrate, Zucker und Stärke in den Blättern anreichern und nicht für die Wachstumszonen Wurzel und Spross zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist bei Leguminosen auch die Pollenbildung gehemmt und der Samenertrag fällt geringer aus.

Wofür brauchen Leguminosen die Mikronährstoffe Mangan und Bor?

Auch Mangan ist ein Mikronährstoff, der wichtig für die Chlorophyll- und Aminosäurebildung ist. Manganmangel behindert massiv die Eiweißsynthese. Dadurch fällt der Eiweißertrag bei Körnerleguminosen geringer aus. Da Mangan insbesondere bei Trockenheit und in Böden mit  höherem pH-Wert schnell festgelegt wird, sollte auf eine ausreichende Manganversorgung über das Blatt geachtet werden.

Das gilt auch für Bor. Leguminosen haben einen hohen Borbedarf. Bor ist wichtig für das Spross- und Wurzelwachstum, für die Blüten- und Pollenentwicklung sowie für den Schotenansatz.

Wie viel Mikronährstoffe benötigen Körnerleguminosen?

Tabelle: Mikronährstoffentzüge von Körnerleguminosen in Gramm pro Hektar; verändert nach LAD, 2013

Kornertrag-und-Mikronährstoffversorgung-bei-Leguminosen

*Da die Verfügbarkeit der Mikronährstoffe durch Witterungsbedingungen, Temperatur, Boden-pH etc. meist eingeschränkt ist, sollte je nach Standort eine angepasste Blattdüngung erfolgen. So lässt sich  die Mikronährstoffversorgung absichern und Mängel vorbeugen. Besonders bei trockenen Bedingungen sind Mangan und Bor eingeschränkt pflanzenverfügbar und innerhalb der Pflanze schlecht verlagerbar. Eine Blattdüngung sorgt bei solchen Bedingungen für eine längere Vitalität und Assimilation der Pflanzen.

Beispiel einer erfolgreichen Mikronährstoff-Behandlung von Soja

YaraVita Raps Pro in Sojabohnen

Streifenversuch im Rheintal in Baden-Württemberg:

Links: YaraVita Raps Pro 3 Liter pro Hektar, schnellere Jugendentwicklung, dadurch Unterdrückung der Unkräuter

Rechts: Konkurrenzprodukt, deutlich späterer Reihenschluss, Aufwuchs von Unkräutern war möglich

Fazit zu Mikronährstoffen im Leguminosenanbau

Der Leguminosen-Anbau nimmt in Deutschland Fahrt auf, auch aufgrund der zahlreichen Anbauförderungen. Für die Etablierung der Kulturen rückt auch die bedarfsgerechte Düngung dazu in den Mittelpunkt. Mikronährstoffe wie Mangan, Bor und Molybdän dürfen dabei nicht fehlen und sind die wichtigsten Mikronährstoffe für die Leguminosen-Kulturen. Allen voran Molybdän, dass für die Fixierung von Luftstickstoff in Knöllchenbakterien sowie die Umsetzung innerhalb der Pflanze zuständig ist. Zur Absicherung der Mikronährstoffversorgung empfiehlt sich eine Blattdüngung mit den angesprochenen Mikronährstoffen.

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