Organische Dünger

Stroh richtig bewerten

Organische Dünger - Stroh richtig bewerten

Wird das Stroh bei der Ernte mit abgefahren, verlassen große Nährstoffmengen den Betrieb. Wie genau kann der Nährstoffwert von Stroh beurteilt werden?

Etwa ein bis fünf Prozent der organischen Bodensubstanz wird durchschnittlich im Jahr abgebaut. Auf dem Acker verbleibendes Stroh kann dabei helfen, die Bodensubstanz zu erhalten. Fünf Tonnen Stroh pro Hektar liefern beispielsweise circa 500 Kilogramm Humus-C (Kohlenstoff). Das ist mehr als dreimal so viel Humus-C, wie bei einer Düngung von 25 Kubikmeter Schweinegülle ausgebracht werden.

Stroh ist Humusmehrer und Nährstofflieferant
In Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil humuszehrender Kulturen sollte das Getreidestroh möglichst auf den Ackerflächen verbleiben. Humuszehrer sind beispielsweise Kartoffeln, Zuckerrüben und Silomais. Stroh als Humusmehrer wirkt hier entgegen.
Weiterhin ist zu bedenken, dass mit dem Stroh große Nährstoffmengen den Betrieb verlassen (siehe Tabelle). Bewerten Sie Ihre Fruchtfolge auf ihre Humusreproduktion und entscheiden Sie dann, ob das Stroh verkauft werden kann. Entscheiden Sie sich dennoch dazu das Stroh zu verkaufen, ist es wichtig, den Wert des Strohs richtig zu bemessen.

Bewertung von Weizenstroh nach Nährstoffentzügen:

Kornertrag85 dtStrohertrag68 dt
kg Nkg P2O5kg K2Okg MgONährstoffwert in €
Weizenstroh je dt0,50,31,40,21,44 €
Gesamtentzug je ha3420951498 €

Beispielrechnung:
Bei einem Kornertrag von 85 Dezitonnen pro Hektar Weizen fallen 68 Dezitonnen Stroh pro Hektar an. Das Korn zu Stroh-Verhältnis liegt bei 1 zu 0,8. Das entspricht einem Nährstoffwert von rund 98 Euro pro Hektar.

Die in der Tabelle aufgeführten Kosten stellen nur die durchschnittliche Nährstoffabfuhr über den Strohverkauf dar. Je nach Düngung des Getreides können die Werte variieren. In problematischen Erntejahren kann die Qualität des Strohs leiden, so dass es nur schwierig vermarktet werden kann. Dann kann das Stroh besser als organischer Dünger auf dem Feld verbleiben.

Stroh-Häcksellänge von zwei bis drei Zentimetern einhalten
Die bodenverbessernde Wirkung von Stroh wird nur mit einem optimalen Strohmanagement erreicht. Dazu gehört, dass die Häcksellänge maximal zwei bis drei Zentimeter betragen sollte. Außerdem muss das Stroh gleichmäßig auf der gesamten Arbeitsbreite verteilt werden und mit dem Grubber maximal 10 Zentimeter tief eingearbeitet werden.

FAZIT

Prüfen Sie genau, ob Sie Ihr Stroh verkaufen oder ob es besser auf dem Feld verbleiben sollte. Sind stark humuszehrende Kulturen in der Fruchtfolge, empfiehlt sich das Stroh auf der Fläche zu lassen. Bei einem Strohverkauf muss vorher der Nährstoffwert abgeschätzt werden.

Interessiert an unserem kostenlosen Newsletter per E-Mail? Dann melden Sie sich hier an!