Mehr Milch aus dem Grundfutter

Milchproduktion: An den richtigen Stellschrauben drehen

Milchproduktion - Mehr Milch aus dem Grundfutter

Um weiterhin noch profitabel Milch zu erzeugen, gilt es die Milchleistung aus dem Grundfutter zu erhöhen. Hier spielt die Grünland-Bewirtschaftung eine entscheidende Rolle.

Die Corona-Krise hat den Milchmarkt abermals durcheinander gewirbelt und die chronische Preisdiskussion verschärft. Auf der einen Seite ist die Nachfrage in den Supermärkten hoch. Auf der anderen Seite ist das Geschäft mit der Gastronomie und den gewerblichen Kunden sowie der Export stark am Stottern. Der Druck auf den Milchpreis ist fortwährend hoch. In diesen Zeiten entscheiden oftmals vermeintlich kleine Aspekte in der Produktion über Gewinn und Verlust – da trennt sich die Spreu vom Weizen!

Mehr Milch aus dem Grundfutter erzielen

Grundfutterleistung als Schlüsselfaktor

Vergleicht man Auswertungen der Produktionskosten einzelner Betriebe, fällt auf, dass die Differenz auf der Kostenseite durchaus bis zu 10 ct/kg ECM betragen kann. ECM bedeutet eine Korrektur auf den gleichen Energiegehalt der Milch. Ein detaillierter Blick zeigt schnell, dass die Direktkosten sehr unterschiedlich ausfallen. Insbesondere die Milchleistung aus dem Grundfutter bietet oftmals Reserven, sodass auch unter schlechten Preisbedingungen noch profitabel Milch erzeugt werden kann. Auswertungen zeigen auf, dass allein aus dem Grundfutter Mengen von 4.000 kg Milch/Kuh und mehr möglich sind. In der Realität lassen sich jedoch auch Betriebe finden, die keine 3.000 kg/Kuh jährlich erzielen. Vorhandene Leistungslücken aus dem Grundfutter werden über den Zukauf von Kraftfutter ausgeglichen. In der Konsequenz steigen die Kosten. Und die Rentabilität gerät bei unsicherer Preislage schnell unter Druck!

Die Grundfutterleistung steigern. So gelingt´s.

Die Steigerung der Milchleistung aus dem Grundfutter sollte bei den innerbetrieblichen Zielen weit oben auf der Agenda stehen. Bei der Grünland-Bewirtschaftung gilt es viele Aspekte zu berücksichtigen:

Gräser: Für eine hohe Grundfutterleistung sind Gräser mit einem hohen Futterwert erforderlich. Eine hohe Nutzungselastizität erfordert jedoch auch eine regelmäßige Pflege. Unkrautbekämpfung und Nachsaat sollten daher Standardmaßnahmen sein.

Schnittmanagement: Neben dem richtigen Schnittzeitpunkt sollten Sie auch die Schnitthöhe sorgfältig abwägen. Für eine gute Regeneration und einen schnellen Wiederaustrieb ist eine ausreichende Assimilationsfläche erforderlich. Die Schnitthöhe sollte nicht unter 8 cm liegen.

Organische Dünger: Sie sollten so effizient wie möglich organisch düngen. Setzen Sie dazu eine bodennahe und verlustarme Technik ein. Insbesondere der Schwefelanteil der Gülle sollte jedoch in seiner Wirkung nicht überschätzt werden.

Stickstoffdünger: Ein schneller Wiederaustrieb der Gräser zu Vegetationsbeginn und nach den Schnitten hängt maßgeblich von der Wirkungs-Geschwindigkeit der Düngung ab. Beim Grünland sind aufgrund des kurzen Zeitfensters schnellwirkende Dünger essentiell. Das heißt, der Nitratanteil sollte möglichst hoch sein.

Schwefeldünger: Schwefel ist unabdingbar, wenn es darum geht, eine hohe Stickstoff-Effizienz zu erreichen und das Grünlandpotential voll auszuschöpfen. Eine ausreichende Schwefeldüngung steigert den Trockenmasse-Ertrag sowie den Energie- und Rohproteingehalt. Eine einmalige Schwefeldüngung reicht mittlerweile in der Regel für den maximale Nutzen nicht mehr aus. Bei einer intensiven Grünlandnutzung sollten Sie zu jedem Schnitt 10 bis 20 kg Schwefel je Hektar ausbringen.

Selendüngung: Eine Selendüngung bietet eine gute Möglichkeit, latente Versorgungslücken der Herde zu schließen. Eine ausreichende Selenversorgung steigert die Vitalität, mindert Fruchtbarkeits-Probleme und führt so zu leistungsfähigeren Tieren und geringeren Behandlungskosten.

Mit Schwefel die Qualität der Maissilage verbessern

Auch beim Mais sollten Sie hinsichtlich der Grundfutterleistung nichts dem Zufall überlassen. Neben der Sortenwahl sollte Sie auch die Düngung auf die spätere Verwendung abstimmen. Bei einer ausgeglichenen Düngung sollten Sie vor dem Hintergrund explizit darauf achten, mit dem Unterfußdünger Schwefel hinzuzuführen. Durch die Schwefelgabe wird die Qualität der Silage (Energie- und Rohproteingehalt) erhöht und somit der Futterwert gesteigert.

Fazit

Bei der Grundfutterproduktion besteht oftmals noch Verbesserungspotential. Sie sollten eine intensive Bewirtschaftung nicht aufgrund des Kostenaufwandes scheuen. Die Verzinsung der Maßnahmen ist für jeden Milchvertrieb äußerst positiv. Die Milch aus dem Grundfutter ist und bleibt die günstigste Milch, sodass hier der Hebel anzusetzen ist! Eine hohe Grundfutterleistung reduziert Kosten und verschafft ein Pufferzone, sodass Sie auch bei mittleren bis niedrigen Milchpreisen noch rentabel produzieren können.

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