Hackfrüchte

Mais

Mais

Mais ist mit einer Anbaufläche von ca. 2,5 Millionen Hektar nach Winterweizen die zweitwichtigste Kulturpflanze in Deutschland. Unterschieden wird im Anbau zwischen Körnermais und Silomais. Die Anbaufläche von Silomais ist mit einem Anteil von 2 Millionen Hektar an der Gesamtfläche allerdings deutlich größer.

Bei Silomais wird der gesamte oberirdische Teil der Pflanze gehäckselt und siliert und anschließend als Futter für Milchvieh oder als Substrat für die Biogasproduktion genutzt. Bei Körnermais werden hingegen lediglich die Körner geerntet, geschrotet und siliert. Zum Körnermais zählt ebenfalls die Ernteform CCM. Bei CCM wird der gesamte Kolben des Maises geerntet. Eingesetzt wird CCM vor allem als energiereiches Futtermittel in der Schweinemast.

Durch den unterschiedlich hohen Anteil an CCM unterscheiden sich die Erträge von Körnermais deutlich von Bundesland zu Bundesland. Sie liegen zwischen ca. 75 bis 115 Dezitonnen pro Hektar. Die Silomaiserträge einzelner Bundesländer sind dagegen relativ deckungsgleich. Im Durchschnitt werden in Deutschland 475 Dezitonnen Silomais pro Hektar geerntet.

Stickstoff-Düngung
Ertragsniveau [dt/ha] im 3-Jahres-DurchschnittStickstoffbedarfswert [kg/ha]
Silo/Biogasmais450200
Körnermais/CCM90200

Folgende Zu- oder Abschläge auf den  Stickstoffbedarfswert sind bei Ertragsdifferenzen zu machen:

Körnermais:

  • Je 10 dt/ha Mehrertrag über Tabellenwert + 10 kg N/ha
  • Je 10 dt/ha Minderertrag unter Tabellenwert – 15 kg N/ha

Silomais:

  • Je 50 dt/ha Mehrertrag über Tabellenwert + 10 kg N/ha
  • Je 50 dt/ha Minderertrag unter Tabellenwert – 15 kg N/ha
  • Maximalzuschlag sind 40 kg N /ha
  • Die Stickstoff-Mengen der zum Mais ausgebrachten organischen Dünger sind mit dem Ammoniumanteil anzurechnen, mindestens jedoch die Mindestwirksamkeiten laut Düngeverordnung
  • Anteile von Nitrat im Unterfußband wirken sich bei widrigen Bedingungen (Kälte, Trockenheit) positiv auf die Jugendentwicklung aus

Verlauf der Nährstoffaufnahme:

  • Intensive Stickstoff-Aufnahme vor und während der Blüte sowie während der Kornabreife
  • Phosphor- und Magnesium-Aufnahme erfolgen kontinuierlich während des gesamten Wachstums
  • Die Kali-Aufnahme ist zur Blüte weitgehend abgeschlossen
  • Relativ spät einsetzender Hauptbedarf an Stickstoff, daher können auch sehr gut organische Dünger (zum Beispiel Gülle) eingesetzt werden
Verlauf der Nährstoffaufnahme im Mais

Die Nutzungsrichtung Silomais, Körnermais oder Biogasmais beeinflusst nicht den den Nährstoffbedarf der Kultur.

Nährstoffbedarf von Silomais (500 dt/ha) bei mittleren Bodengehaltern nach YARA Plan*

Nutzungsart/ErtragBodenNP2O5K2OMgOS
500 dt/ha SilomaislS1801002104525
*Das kostenlose Düngeplanungsprogramm Yaraplan finden Sie unter www.myyara.de
Düngung mit Phosphat, Kalium, Magnesium, Schwefel:
  • Der Vorfruchtwert von Körnermais ist sehr hoch, da mit den Ernterückständen erhebliche Nährstoffmengen auf der Fläche verbleiben. Beispiel:
    Bei einem Ertrag von 60 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar (Stroh, Blatt, Lieschen, Spindel) und 25 Dezitonnen pro Hektar Trockenmasse Erntereste (Wurzeln und Stoppel) sind folgende Nährstoffe für die Fruchtfolge anrechenbar: circa 30 Kilogramm P2O5, 70-140 Kilogramm K2O, 30 Kilogramm MgO pro Hektar

Phosphat-Düngung

  • Die Phosphat-Düngung zum Maisanbau wird meist als Unterfußdüngung mit einem Stickstoff-Phosphat-Dünger mit der Saat ausgebracht
  • Mais hat zwar in der Jugendphase keinen hohen Phosphat- Bedarf (bis zum 6-8-Blattstadium gerade 10% des Gesamtentzuges) aber ein nur schwach entwickeltes Wurzelsystem
  • Bei einer geringen P-Mobilität im Boden und oft kalten Wachstumsphasen im Frühjahr fördert die Unterfußdüngung die Jugendentwicklung und führt zu Mehrerträgen zwischen 15 % und 20 %.
  • Geeignete NP-Dünger sind z. B. YaraMila MAIS 19-17 + 4 MgO + 6 S +B + Zn oder YARAMila NP 20-20 +2 MgO+ 4 S

Schwefel-Düngung

  • Der Schwefelbedarf wird zum erheblichen Teil aus der Mineralisation während der Vegetationszeit abgedeckt
  • Mineralisch gedüngter Schwefel zur Aussaat oder im Düngerband in Höhe von cica 10 Kilogramm Schwefel pro Hektar führte jedoch in Versuchen zu Mehrerträgen bei TM, Stärke und Protein
Mikronährstoffe:

Mikronährstoffbedarf von Mais (g/ha)

ManganZinkKupferBorMolybdän
1200-2000300-500100-120350-5009

Bor

  • Mais ist das Getreide mit dem höchsten Borbedarf: Blattdüngung von 150 Gramm Bor je Hektar ab dem 4-5 Blattstadium
  • Wird ein borhaltiger Unterfußdünger verwendet, hat das den Vorteill, dass die Wurzelbildung unterstützt wird, was die spätere Phosphat-Aufnahme aus der Bodenmasse erleichtert

Zink

  • Zinkbedarf ist hoch und das Aneignungsvermögen in der Jugendphase gering
  • Durch einen zinkhaltigen Unterfußdünger kann der hohe Zinkbedarf bereits in der Jugendentwicklung gezielt gedeckt werden
  • Blattdüngung mit Zink in Höhe von 200 – 250 Gramm Zink pro Hektar bei Bedarf ausbringen

Mangan

  • Mais hat ein gutes Aneignungsvermögen von Mangan
  • Auf Mangelstandorten beziehungsweise bei akutem Mangel sollte eine Blattdüngung mit 250-500 Gramm Mangan pro Hektar erfolgen

Wichtig: Blattdüngungsmaßnahmen können im Mais ab dem 4-Blattstadium durchgeführt werden. Da dann noch wenig Blattmasse vorhanden ist, kann eine zweite Blattdüngung zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll sein.  

pH-Wert:
  • Der pH-Wert ist entsprechend dem Ziel-pH der Bodenart einzustellen. Der Mais kommt mit einem weiten pH-Wert Bereich zwischen 5,5 und 7 zurecht.

Kartoffeln

Kartoffeln

Stickstoff-Düngung
  • Stickstoff-Bedarfswert liegt nach neuer Düngeverordnung bei einem Ertragsniveau von 450 Dezitonnen pro Hektar bei 180 Kilogramm Stickstoff pro Hektar
  • Bei Frühkartoffeln sind bei 400 Dezitonnen pro Hektar Ertrag 220 Kilogramm Stickstoff pro Hektar möglich
  • Je 50 Dezitonnen pro Hektar Mehr- oder Minderertrag ist der Bedarfswert entsprechend um 10 Kilogramm Stickstoff pro Hektar anzupassen
  • Bei Qualitätsspeisekartoffeln und Pflanzkartoffeln sollte die Stickstoff-Menge – je nach Sorte – um circa 20 – 40 Kilogramm pro Hektar verringert werden
Verlauf-der-N-Aufnahme-von-Kartoffeln
  • Korrekturen weiterhin für besondere Standortbedingungen, Vorfrüchte und Ernterückstände und langjährige organische Düngung
  • Erfahrungswerte für Sorte und Standort
  • Eine Teilung der Stickstoff-Düngung hat gerade auf leichteren Böden in Versuchen Ertragsvorteile gezeigt. Die zweite Teilgabe muss jedoch sicher zur Wirkung kommen. Gerade unter trockenen Bedingungen haben hier nitrathaltige Dünger Vorteile.

Nährstoffentzüge im Kartoffelbau

NährstoffentzügeKartoffel (Knolle kg/dt)Kartoffelkraut (kg/dt)Knollen (kg/ha bei 500 dt/ha FM)
Stroh (130 dt/ha FM)Gesamtentzug (in kg/ha)
Stickstoff
0,3-0,40,3-0,517550225
Phosphat0,12-0,160,1-0,2702090
Kali0,55-0,660,5-0,730075375
Magnesium0,03-0,10,15-0,25352661
Kalk0,01-0,051515
Schwefel0,01-0,030,03-0,0510515
Düngung mit Phosphat, Kalium, Magnesium, Schwefel:

Die Kartoffel stellt hohe Ansprüche an die Düngung, da sie aufgrund ihres schwach ausgeprägten Wurzelsystems stärker als andere Kulturen auf das Wasser und Nährstoffangebot im Krumenbereich angewiesen ist. Die Wurzeltiefe überschreitet nur selten eine Länge von 60 Zentimetern.
Eine mangelhafte Nährstoffversorgung wirkt sich nicht nur auf den Ertrag, sondern in aller Regel auch auf die Qualität aus. 
Die konkrete Düngung hängt von der Verwertungsrichtung der Kartoffeln ab. 

Phosphat

  • Beeinflusst die  Sortierung durch Verbesserung des Knollenansatzes
  • In der Jugendphase können auch bei guter Bodenversorgung Engpässe auf Grund niedriger Temperaturen entstehen
  • Kontinuierliche Phosphat-Versorgung  beeinflusst das Knollenwachstum positiv, sodass eine regelmäßige Phosphat-Blattdüngung den Ertrag steigert

Kalium

  • Zu hohe Kaliumgehalte mindern die Stärkegehalte und damit die Stärkeerträge
  • Kalimangel senkt die Stärkegehalte  und beeinflusst die Kocheigenschaften der Sorte
  • Kali verbessert die Speisequalität insbesondere die Verringerung der Neigung zu Schwarzfleckigkeit
  • Kalimangel führt zu frühzeitiger Abreife und vermindert deutlich den Ertrag

Magnesium

  • Die Magnesiumdüngung sollte über den Boden sichergestellt werden. Neben magnesiumhaltigen Kalken bieten sich hier Kieserit, magnesiumhaltige NPK Düngemittel und Kalkammonsalpeter mit Magnesium (Deklaration beachten) an
  • Magnesium ist zentraler Bestandteil des Chlorophylls und an der Photosyntheseleistung beteiligt. Magnesiummangel führt zu verminderter Blattlebensdauer und beschleunigter Abreife.

Schwefel

  • Der Schwefelbedarf der Kartoffel ist nicht besonders hoch und wird mit der Kalidüngung in aller Regel abgedeckt
Blattdüngung zu Kartoffeln

Kartoffeln können über ihren ausgeprägten Blattapparat die benötigten Nährstoffe über das Blatt sehr effektiv aufnehmen. Das ist gerade bei Trockenheit, relativ kaltem Boden und nicht optimalem pH-Wert des Bodens ein großer Vorteil. Blattdüngung ist effizient, weil sie unmittelbar wirkt: die Pflanze ist nicht auf die Bedingungen der Nährstoffnachlieferungen aus dem Boden angewiesen. Besonders in Phasen hohen Nähstoffbedarfs, beispielsweise zum Knollenansatz, und vor allem unter schwierigen Wachstumsbedingungen, fördert Blattdüngung schnell und gezielt Ertrag und Qualität. Nahezu alle Nährstoffe können über den Blattapparat der Kartoffel gedüngt werden:

  • Stickstoff zur gezielten Nachdüngung auf Standorten mit geringer Nachlieferung und zur Verzögerung der Seneszenz (Alterung)  zum Beispiel als Harnstofflösung.
  • Magnesium bei sauren Standorten mit schlechter Verfügbarkeit oder geringen Bodengehalten
  • Phosphat zur gezielten Verbesserung von Ansatz und Knollenwachstum zum entsprechenden Einsatzzeitpunkt
  • Mikronährstoffe sind bei Bedarf sehr effizient über das Blatt auszubringen
Mikronährstoffe:

Die Spurenelemente Bor, Kupfer, Mangan, Zink und Molybdän beeinflussen wichtige Stoffwechselvorgänge in der Pflanze, da diese Nährstoffe Bausteine von Enzymen sind. Der Bedarf der Kartoffel ist zwar gering, jedoch ist die Verfügbarkeit aus dem Boden oft durch Trockenheit, geringe Bodengehalte oder nicht optimale pH-Werte eingeschränkt.

Mangan

  • Mangel häufig bei nicht angepassten pH-Werten sichtbar;  latenter Mangel durch Pflanzenanalysen nachweisbar
  • Düngung bei Bedarf: 0,5 bis 4 kg Mn /ha je nach Effizienz des eingesetzten Blattdüngers

Bor

  • Zu geringe Bodengehalte meist auf leichten Standorten
  • eine Boranalyse sollte auf Kartoffelstandorten bei den regulären Bodenuntersuchungen mit durchgeführt werden
  • Düngung:  150 g Bor (zum Beispiel ein Liter Borethanolamin) ist in der Regel ausreichend

Kupfer

  • tritt meist als latenter Mangel auf
  • Düngung als Blattdünger am effizientesten. Bei nachgewiesenem Bedarf 250 bis 400 Gramm Kupfer pro Hektar

Zink

  • Mangel ist meist latent
  • Düngung als Blattdünger am effizientesten. Bei nachgewiesenem Bedarf 250 bis 400 g Zn/ha

Molybdän

  • Molybdän tritt sehr selten als Mangel in Kartoffeln auf
  • Molybdän ist im sauren Bereich schlecht verfügbar und tritt daher am ehesten auf anmoorigen Flächen auf
pH-Wert:
  • Der pH-Wert ist abhängig von der Bodenart einzustellen
  • überhöhte pH-Werte sind wegen der schlechteren Nährstoffverfügbarkeit und der ansteigenden Schorfgefahr zu vermeiden. Für die Bodenart zu geringe pH-Werte haben ebenfalls eine verminderte Nährstoffverfügbarkeit zum Beispiel bei Phosphat zur Folge.

Zuckerrueben

Zuckerrüben

Die Anbaufläche von Zuckerrüben ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden Zuckerrüben auf einer Fläche von über 407.000 Hektar angebaut. Grund hierfür ist das Auslaufen der Zuckerquote am 30. September 2017. Der Ertrag von Zuckerrüben liegt bei etwa 75,2 Tonnen pro Hektar. Verwendet werden Zuckerrüben vor allem in der Zuckerproduktion. Aus den geernteten Rüben wurden jährlich durchschnittlich 4,048 Millionen Tonnen Zucker hergestellt. Aber auch bei der Herstellung von Bioethanol oder als Biogassubstrat kommen Zuckerrüben zum Einsatz.

Stickstoff-Düngung
Ertragsniveau [dt/ha] im 3-Jahres-DurchschnittStickstoffbedarfswert [kg/ha]
Zuckerrüben650170

Folgende Zu- oder Abschläge sind auf den  Stickstoffbedarfswert sind bei Ertragsdifferenzen zu machen:

  • Je 100 dt/ha Mehrertrag über Tabellenwert + 10 kg N/ha
  • Je 100 dt/ha Minderertrag unter Tabellenwert – 15 kg N/ha
  • Maximalzuschlag sind 40 kg N /ha
  • Die bisher gültigen Korrekturwerte bei besonderen Standorteigenschaften haben aufgrund der neuen Düngeverordnung nur noch eingeschränkte Relevanz. So sind vor allem bei langjähriger organischer Düngung sowie Zwischenfruchtanbau und Vorfrucht (zum Beispiel Leguminosen) Abschläge möglich, Zuschläge aber nur im Rahmen der auf Basis der Düngeverordnung gerechneten Höchst-Stickstoff-Menge zulässig:
    • Humusarme Sandböden: +20 kg N/ha, Höchstmenge nach Düngeverordnung ist nicht zu überschreiten
    • Kalte und umsetzungsträge Tonböden: +20 kg N/ha, Höchstmenge nach Düngeverordnung ist nicht zu überschreiten
    • Tiefgründige, milde Lehmböden: -20 kg N/ha
    • 1,5-2,5 GV/ha: -20 bis -40 kg N/ha
    • Nach Zwischenfrucht: -30 kg N/ha
  • Bei Gaben über 120 Kilogramm Stickstoff pro Hektar sollte eine Gabenteilung erfolgen.
  • Es sollten auch bei später Ernte und hohen Erträgen keine Zuschläge in der Stickstoff-Düngung erfolgen, wie ein Versuch der LWK Niedersachsen aus dem Jahr 2010 beweist (Quelle: www.lwk-niedersachsen.de: Artikel „Optimierung der Düngung von Zuckerrüben“ Dr. U. Lehrke)
Düngung mit Phosphat, Kalium, Magnesium, Schwefel:
  • Basis ist die Grundbodenuntersuchung im Jahr vor dem Rübenanbau
  • bei Phosphat und Kalium sind Nährstoffgehalte im hohen C-Versorgungsbereich anzustreben
  • Die Zuckerrübe zeigt Mängel in der Nährstoffversorgung deutlicher in Mindererträgen als zum Beispiel Getreide
  • Phosphor, Kali und Magnesium aus organischen Düngemitteln sind voll in der Düngeplanung zu berücksichtigen

Phosphat

  • Bedarf: 90-115 Kilogramm  P2O5 pro Hektar
  • Entzug (Abfuhr vom Feld): 50-60 Kilogramm  P2O5 pro Hektar
  • Bei niedrigen Bodengehalten sollte ein Zuschlag erfolgen, der den Bedarf deckt

Kalium

  • Bedarf: 340-420  Kilogramm  K2O pro Hektar
  • Entzug (Abfuhr vom Feld): 125-150 Kilogramm K2O pro Hektar
  • Bei niedrigen Bodengehalten sollte ein Zuschlag erfolgen, der den Bedarf deckt
  • Wichtig für: Kohlenhydratsynthese,  Assimilattransport und für die Regulation des Wasserhaushaltes der Pflanze – alles Prozesse, die den Zuckergehalt beeinflussen
  • Kali-Mangel vermeiden, da dann die unerwünschten Alpha-Amino-Gehalte in der Zuckerrübe ansteigen, weil der gedüngte Stickstoff im Stoffwechsel nicht weiter verarbeitet werden kann
  • Düngung an Boden- und Tongehalt des Bodens orientieren: je schwerer (tonreicher) ein Boden, desto langsamer steigt mit Steigerung der Kaligabe die Kalikonzentration in der Bodenlösung an
  • Düngebedarf ist deshalb auf tonreichen Böden höher als auf leichten Standorten
  • Die Kalidüngung kann auf schweren Standorten daher schon im Herbst erfolgen, wogegen auf sandigen Standorten das Kalium im Frühjahr gedüngt werden muss um Auswaschung über Winter zu vermeiden.

Magnesium

  • Bedarf 75-95  Kilogramm  MgO pro Hektar
  • Entzug (Abfuhr vom Feld) 40-50 Kilogramm MgO pro Hektar
  • Der Magnesiumbedarf der Zuckerrübe wird häufig über die Grunddüngung mit Kalk (Carbokalk) oder die Kaligabe abgedeckt
  • bei schlechter Magnesium- Bodenversorgung gerade auf leichten Böden und bei niedrigen pH-Werten ist eine Düngung mit Kieserit oder YaraBela Optimag (24 N, 8 MgO + 6 S) sinnvoll
  • Magnesium spielt im Stoffwechsel als zentraler Bestandteil des Chlorophylls eine entscheidende Rolle und ist mit für eine hohe Stickstoff-Effizienz verantwortlich

Schwefel-Düngung

  • Zuckerrüben haben eine Schwefelbedarf von 20 -30 Kilogramm Schwefel pro Hektar
  • Schwefel-Sollwert in der Pflanze liegt ähnlich wie bei Getreide (0,3 Prozent in  der Trockenmasse)
  • in der Regel werden im Laufe der Vegetation ausreichende Schwefel-Mengen aus dem Boden mineralisiert
  • bei sehr leichten, humusarmen und durchlässigen Böden und bei geringen Smin-Gehalten im Frühjahr kann eine Schwefeldüngung sinnvoll sein
  • Schwefel wird als Begleitnährstoff häufig schon mit dem Kali (Kornkali) ausgebracht oder kann zum Beispiel mit Magnesium und Stickstoff kombiniert über YaraBela Optimag ausgebracht werden
Mikronährstoffe:
Mikronährstoffbedarf von Zuckerrüben
Nährstoffbedarf g/ha
Bor450-550
Mangan600-700
Kupfer80-90
Zink250-350
Molybdän5-12
 
Herz- und Trockenfäule bei Zuckerrüben

Herz- und Trockenfäule bei Zuckerrüben

  • Besonders wichtig sind Bor und Mangan
  • Bor-Bodengehalte am besten über die Bodenanalyse ermitteln
  • bei niedriger Borversorgung sollte beispielsweise über borhaltige NPK-Düngemittel eine Bodendüngung vorgenommen werden
  • Borblattdüngung: ist mit dem Pflanzenschutz wiederholt in der Tankmischung möglich
  • Die wiederholte Bor-Blattdüngung ist der einmaligen Blattdüngung überlegen, da Bor in Pflanze schlecht verlagert werden kann (Mangelerscheinungen an den jungen Blättern)
  • Mangan liegt häufig im Boden in ausreichender Menge vor, ist jedoch durch Trockenheit oder relativ hohe pH-Werte schlecht verfügbar
  • eine Blattdüngung mit bis zu 500 Gramm Mangan pro Hektar ist möglich, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
pH-Wert:
  • Bodenart spezifisch einstellen
  • Gerade auf zur Verschlämmung neigenden Böden ist für ein feinkrümelige Struktur die Cacium-Ionen Absättigung der Bodenkolloide über eine ausreichende Kalkversorgung wichtig