Grünland – Beratungsservice effizient düngen

Grünland

Grünland

Rund ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland ist Dauergrünland, ungefähr 4,7 Millionen Hektar. Die Düngung hängt von der Nutzungsintensität, der Nutzungsart (Wiese, Mähweide, Weide), den Standortverhältnissen, der Pflanzenzusammensetzung und der Nährstoffnachlieferung (beispielsweise aus Beweidung) ab. Über eine hohe Grundfutterqualität soll auch eine hohe Grundfutterleistung, gerade im Milchviehbereich erzielt werden. Das ist das Ziel der Grünlanddüngung.

Stickstoff-Düngung:
  • Stickstoff-Bindung aus Leguminosen: circa drei bis vier Kilogramm Stickstoff pro Hektar je Ertragsanteil im Grünlandaufwuchs (zum Beispiel Weißklee)
  • Stickstoffmangel führt zu:
    • Abnahme der Rohproteinwerte
    • Gräseranteil nimmt ab, Kräuteranteil nimmt zu
    • Mengenertrag wird geringer
  • Höhere Nährstoffmengen zu Vegetationsbeginn ausbringen; mit nachlassendem Wachstum Reduzierung der folgenden Gaben

N-Düngeempfehlung für Grünland auf Mineralböden

 

N-Düngung in Teilgaben zu den Aufwüchsen

Nutzungsfolge1.2.3.4.5.Summe
Nutzung-
intensität

gering

Standweide503080
Umtriebs-
weide
 
50
 
30
 
30
 
 
 
110
Mähweide
1 x Schnitt
2 x Schnitt
 
60
60
 
30
60
 
30
30
 

 

 
120
150
Wiese
3 x Schnitt
 
60
 
60
 
40
 
 
 
160
mittel
Standweide504030120
Umtriebs-
weide
 
60
 
40
 
30
 
30
 
 
160
Mähweide
1 x Schnitt
2 x Schnitt
3 x Schnitt
 
80
80
80
 
30
60
60
 
30
30
60
 
30
30
30
 


 
170
200
230
Wiese
3 x Schnitt
 
80
 
60
 
60
 
40
 
 
240
hoch
Standweide50404030160
Umtriebs-
weide
 
60
 
40
 
40
 
30
 
30
 
200
Mähweide
1 x Schnitt
2 x Schnitt
3 x Schnitt
 
100
100
100
 
40
80
80
 
40
40
60
 
30
30
30
 


 
210
250
270
Wiese
5 x Schnitt
 
100
 
80
 
60
 
40
 
40
 
320
Quelle: LWK Niedersachsen

Düngemittel:

  • Schnellwirkende Stickstoff-Dünger einsetzen wie beispielsweise Kalkammonsalpeter:
    • langsame Erwärmung des Bodens unter Grünland, daher wird für einen raschen ersten Aufwuchs schnell wirkender Stickstoff  (Nitrat) benötigt
    • geringe Verluste durch Ammoniakentgasung (circa zwei bis vier Prozent) verglichen mit Harnstoff (hier sind nach Untersuchungen aus Gross-Britannien bis zu 26 Prozent Verlust des gedüngten Stickstoffs möglich
    • organischer Dünger wie zum Beispiel Gülle → sehr langsam wirkend, stark witterungsabhängig: optimale Ergänzung der Gülle mit nitrathaltigen Stickstoff-Düngern wie KAS (Link Wirkungsgeschwindigkeiten)
    • Streubarkeit:
      • Dünger wie KAS mit hohem spezifischem Gewicht erreichen die gewünschten Wurfweiten und sind weniger windanfällig als leichtere Produkte

Schwefel-Düngung:
  • Bei intensiver Schnittnutzung, hoher Stickstoff-Düngung: 20 bis 40 Kilogramm Schwefel pro Hektar ergänzen (unterstützt auch die Stickstoff-Ausnutzung)
  • Schwefelmangel
    • reduziert die Stickstoff- Ausnutzung und damit den Ertrag
    • führt zu höheren Nitratgehalten im Aufwuchs
    • reduziert die wertvollen Schwefelhaltigen Aminosäuren wie zum Beispiel Methionin und Cystein
    • vermindert die Lagerfähigkeit der Silage
Einfluss-auf-die-S-Duengung

  • Schwefel verbessert Ertrag, Futterqualität und Lagerstabilität beim Grünland
  • Circa 20 bis 40 Kilogramm Schwefel pro Hektar sind im Grünland ausreichend
  • Stickstoff zu Schwefel-Verhältnis < 12/1 optimal
  • Schwefelgabe auf eine Düngung zum ersten und zweiten Schnitt aufteilen
  • Tipp: Schwefel in Sulfatform einsetzen, da direkt pflanzenverfügbar
  • Wichtig: in der Gülle ist in der Regel nicht ausreichend pflanzen verfügbarer Schwefel enthalten, daher ist auch bei organischer Düngung eine Schwefelgabe sinnvoll

Düngung mit Phosphor, Kalium und Magnesium:
  • Die Grunddüngung sollte nach Bodenuntersuchung erfolgen
  • Kalium Luxuskonsum vermeiden: maximale Einzelgaben von 150 Kilogramm K2O pro Hektar und Gabe
  • Kalium steht in Konkurrenz mit Natrium und Magnesium, hohe Kalium-Verfügbarkeiten senken die Aufnahme von Magnesium, Calcium und Natrium: optimal sind Verhältnisse von Kalium zu Natrium von 10 bis 20 zu eins und K20 zu Magnesium von 1,5 bis 2 zu eins
  • Magnesium-Mangel häufig auf leichten und sauren Böden mit hohen Niederschlägen
  • Magnesium-Gehalt im Futter sollte bei 0,18 bis 0,24 Prozent in der Trockensubstanz liegen
  • Phosphat-Versorgung beeinflusst vor allem den Anteil wertvoller Leguminosen und Kräuter
  • Die Phosphatform hat eine etwas geringere Bedeutung als im Ackerbau, da die Grünlandböden häufig eine höhere biologische Aktivität im Boden aufweisen
  • Beispiel für die Grunddüngung verschiedener Grünlandstandorte (Quelle: Diepolder, 2009)
  • Tipp: NPK Dünger mit Magnesium und Schwefel einsetzen

Beispiele zum Düngebedarf* von Grünlandbeständen mit unterschiedlicher botanischer Zusammensetzung und Nutzung
(nach „Gelben Heft, 2007“; zahlen auf 5 gerundet)

WiesenN
(kg/ha)
P2O5
(kg/ha)
K2O
(kg/ha)
MgO
(kg/ha)
1.
Weidelgrasreiche Wiese,
5 Nutzungen,
vorwiegend als Silage, optimaler Bestand
29011037550
2.
Kräuterreiche Wiese,
4 Nutzungen,
vorwiegend als Silage, optimaler Bestand
2059027065
3.
Fuchsschwanzwiese,
4 (3-4) Nutzungen,
vorwiegend als Silage, optimaler Bestand
1556520530
4.
Obergrasreiche Wiese,
3 Nutzungen,
vorwiegend als Heu, optimaler Bestand
1205018030
Mähweiden und WeidenN
(kg/ha)
P2O5
(kg/ha)
K2O
(kg/ha)
MgO
(kg/ha)
5.
Kräuterreiche Mähweiden,
4 Nutzungen,
50% Schnitt und Weide, optimaler Bestand
1455516040
6.
Weidelgrasreiche intensive Standweide,
Standort entsprechend 4 Schnittnutzungen
1304012520
7.
Extensive Jungvieh- oder Pferdeweide
30155510

Organische Düngung:
  • Möglichst flüssige Gülle einsetzen
    • läuft besser an Pflanzen ab
    • dringt besser in den Boden ein
    • geringere Ammoniakverluste
  • Grundnährstoffe voll bilanzierbar, da Phosphor und Kali zum größten Teil anorganisch gebunden sind
  • Düngung möglichst direkt nach der Nutzung

Effizienz der Düngemaßnahmen wird erhöht durch:

  • Bodennahe/Verlustarme Ausbringung der Gülle
  • Verbesserte Qualitäten der Grünlandnarben (Grünlandpflege, Weidemanagement)
  • Einsatz verlustarmer und effizienter mineralischer Stickstoff-Dünger

Wichtig:

  • Mit zunehmendem Alter des Futters steigt der Mengen- und der Rohfasergehalt an, Energie- und Rohproteingehalte sinken → die Verdaulichkeit des Futters nimm ab
  • Je intensiver die Nutzung umso hochwertiger das Grundfutter!
    Mit zunehmender Schnitthäufigkeit oder Weidenutzung steigt parallel zur Düngung auch der Futterwert → Energie- und Rohproteingehalte steigen, Zunahme der Verdaulichkeit

Natrium-Düngung:
  • Empfehlung: circa 30 Kilogramm Stickstoff pro Hektar
  • In erster Linie für die Schmackhaftigkeit des Futters → höhere Futteraufnahme
  • Keine ertragssteigernde Wirkung
  • Keine Vorratsdüngung möglich

Mikronährstoffe:
  • Gehalt ist häufig in Kräutern und Leguminosen höher als in Gräsern
  • Mit fortschreitender Vegetationszeit nehmen die Gehalte häufig zu (ansteigender Leguminosen- und Kräuteranteil)
  • Blätter sind nährstoffreicher als Stängel
  • In jungen Pflanzen mehr enthalten als in älteren Pflanzen
  • Mn: häufig Mangel auf Niedermoor-Standorten, bei erhöhten pH-Werten, Trockenheit, enwässerten Böden → verringerte Ausdauer wertvoller Bestandsbildner, schlechte Bestockung wertvoller Obergräser, beeinträchtigt Fruchtbarkeit beim Tier
  • Cu: häufig Mangel auf Niedermoor-Standorten und erhöhten pH-Werten → schlechte Stickstoff-Verwertung, verringerte Ausdauer wertvoller Bestandsbildner
  • Bei Verdacht auf Mikronährstoffmangel möglichst Bodenuntersuchung durchführen
  • Selen: Se ist kein Nährelement für die Pflanzen im Grünland, sondern ist ausschließlich für die Versorgung von Mensch und Tier notwendig; eine Düngung mit Selen kann die Se-Versorgung und –Ausnutzung bei Mensch und Tier verbessern; Bsp. bei Mangel an Selen, Selendüngung: 5-10g Se/ha/Jahr (Mengen von über 5 mg/kg TM wirken toxisch)

pH-Wert / Kalkung:
  • Optimal: Sandboden 5,0          lehmige Sande 5,5-6               Lehm 6,0
  • Einsatz möglichst kohlensaurer oder silikatischer Kalke

Pferdeweiden:

Wichtig:

  • Sehr gute Weidepflege (Lücken, Unkrautdruck, Geilstellen) + angepasste Düngung: unterlasse Stickstoff-Düngung und mangelnde Pflege fördert die Ansiedlung minderwertiger Pflanzen (zum Beispiel Jakobskreuzkraut)!

Stickstoff-Düngung:

  • erste und (je nach Standort und Besatzdichte) zweite Gabe je circa. 30 bis 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar
  • Möglichst keinen Pferdemist (Weidehygiene) oder andere organische Dünger ausbringen (zum Beispiel Schweinegülle: Schmackhaftigkeit et cetera)
  • Wenn organischer Dünger ausgebracht wird dann möglichst gut verrottet (Mist) und erst nach Beweidung im Herbst ausbringen
  • Fruktane (Hufrehegefahr): nach neueren Untersuchungen wird durch angepasste Stickstoff-Düngung der Fruktangehalt im Aufwuchs reduziert, da Fruktane in erster Linie als Reservestoffe bei geringem Nährstoffangebot, kalten Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung  gebildet werden
  • Kalkammonsalpeter wirkt aufgrund seines Anteils an schnellverfügbarem Nitrat auch bei niedrigen Bodentemperaturen rasch, daher ist dann eine frühe Beweidung möglich

Grunddüngung:

  • Die Grunddüngung sollte nach Bodenuntersuchung erfolgen, die LUFAen bieten hier häufig eine gesonderte Untersuchung speziell für Pferdeweiden an
  • Beispiel Versorgungsstufe C: 15 kg/ha P2O5, 55 kg/ha K2O, 10 kg/ha MgO

Schwefeldüngung:

  • Schwefel erhöht nachweislich die Erträge im Grünland und verbessert die Stickstoff-Ausnutzung, daher sollte auch bei Pferdeweiden die Schwefel-Versorgung abgedeckt werden (zum Beispiel mit der Grunddüngung)