| Wintertriticale | |
N-Düngung:
- N-Sollwert liegt bei 190 kg N/ha (LWK Niedersachsen)
N-Herbstgabe:
- Eine N-Gabe im Herbst ist bei Wintertriticale in der Regel nicht notwendig
- Auf sehr leichten, extrem schweren, untätigen Böden, auf Standorten mit hohem N-Entzug durch die Vorfrucht, nach der Einarbeitung hoher Strohmengen kann in Einzelfällen eine Herbstdüngung notwendig sein (ca. 30 kg N/ha)
Andüngung:
- Abhängig vom Bestand im Frühjahr
- Beeinflusst: Tausendkornmasse (TKM), Kornzahl pro Ähre, Anzahl ährentragender Halme
- Ziel: ausreichend kräftige Triebe erzeugen
- Andüngung mit 50 kg N/ha (LWK Niedersachsen)
- Düngemittel: N-Dünger mit Nitratanteil bieten den Vorteil, dass das Nitrat unabhängig von der Witterung und den Bodentemperaturen direkt von den Pflanzen aufgenommen wird, daher ist eine schnelle Wirkung gewährleistet
- Wichtig: Gerade bei milden Wintern wird häufig eine reduzierte Startgabe ausgebracht, wenn die Bestände sich zu Vegetationsbeginn gut präsentieren: Häufig haben die Kulturen die Böden im Winter auch stark an verfügbarem N entleert, die N-Nachlieferung kann also stark eingeschränkt sein, was bei einer verminderten Andüngung zu N-Mangel und einer unerwünschten Triebreduktion führen kann!
- Tipp: Direkt mit der Startgabe den Schwefelbedarf abdecken (ca. 10-20 kg S/ha)
Schossergabe:
- Beeinflusst: Anzahl ährentragender Halme, Kornzahl pro Ähre
- Ziel: Förderung der Triebe erster und zweiter Ordnung, Absicherung der Kornzahl pro Ähre
- Empfehlung LWK Niedersachsen: 90 kg N/ha – Nmin zum Schossen
- Überzogene oder zu frühe Schossgaben führen schnell zu späterem Lagergetreide!
- Wichtig: Wurde Schwefel noch nicht zur ersten N-Gabe ausgebracht, sollte nun eine S-Düngung erfolgen (10-20 kg S/ha)
- Tipp: Nutzen Sie Hilfsmittel wie den Yara N-Tester: Hiermit kann direkt im Bestand der Bedarf der Pflanzen an N gemessen werden
Spätgabe:
- Beeinflusst: TKM, Qualitätseigenschaften
- Ziel: hoher Ertrag und/oder hohe Proteinwerte
- Eine Spätgabe in Wintertriticale ist nur auf sehr ertragreichen Standorten sinnvoll, auf Sandstandorten ist eine Spätgabe meistens nicht sinnvoll
- Höhe der Düngung, je nach Standort und Ertragserwartung sowie Sorte ca. 50 kg N/ha
- Sollte bei Triticale möglichst früh erfolgen (BBCH 39/49)
- Tipp: auch zur Spätgabe kann wie bei der Schossergabe der N-Tester als Hilfsmittel zur Ermittlung des N-Bedarfes eingesetzt werden
- Wichtig: bei hohen Temperaturen und Trockenheit kann bei harnstoffhaltigen N-Düngern mehr als 20% des gedüngten N als Ammoniak entgasen. Daher ist es sinnvoll, verlustarme Mineraldünger wie z.B. Kalkammonsalpeter zur Spätgabe einzusetzen
S-Düngung:
- Der S-Bedarf liegt bei der Wintertriticale bei 10-20 kg S/ha
- S-Aufnahme läuft parallel zur N-Aufnahme ab, daher sollte die S-Gabe möglichst mit der ersten oder zweiten N-Gabe erfolgen
- Düngemittel mit Schwefel in Sulfatform einsetzen, da direkt pflanzenverfügbar
Düngung mit P, K, Mg:
- Ziel: Optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgte Winterweizenbestände sind z.B. bei extremen Witterungsbedingungen (Trockenheit) robuster als unterversorgte Bestände
- Düngemittel:
- Einsatz von z.B. NPK Dünger im Frühjahr: Nährstoffe werden wurzelnah zur Verfügung gestellt, alle Nährstoffe in einem Düngerkorn (bessere Verteilung als Einzelkomponenten),
- generell gilt, dass Nährstoffe am besten bei einer Ausbringung im Frühjahr von den Pflanzen ausgenutzt werden
- in Kalkammonsalpeter von einigen Herstellern ist bis zu 4% MgO enthalten
- Entzüge: siehe Entzugsrechner
- Wichtig: unterlassene Grunddüngung spart nur vordergründig Geld, denn: das Problem wird in die Zukunft verlagert: für die Anhebung des Nährstoffgehaltes des Bodens (z.B: von Gehaltsklasse B nach C) werden 1000 – 2000 kg/ha Phosphat oder Kali benötigt
- Tipp: Grundnährstoffe in Höhe des Entzugs düngen
Mikronährstoffe:
- Ziel: Ertragsabsicherung, Vorbeugen von Stresssituationen
- Düngemittel: Kombinationsprodukte wie z.B. YaraVita Getreide
- Entzüge:
- Mangan: 800 g/ha
- Kupfer: 90 g/ha
- Zink: 600 g/ha
- Düngung: im Frühjahr zum BBCH 25-37
- Tipp: kulturspezifische Blattdünger mit mehren Nährstoffen einsetzen:
- Keine Überversorgung mit Einzelnährstoffen
- Versteckter/latenter Mangel der wichtigsten Mikronährstoffe wird behoben
pH-Wert:
- pH-Wert von 5,5 – 6,5 ist optimal





