Die Verlagerung von Nitrat im Boden wird häufig mit der Verwendung von Stickstoffdüngern in Verbindung gebracht. Generell ist die Nitratverlagerung ein natürlicher Vorgang, der auch auf landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen stattfindet. Eine überhöhte und/oder zeitlich nicht an den Bedarf der Kulturpflanzen angepasste Stickstoffdüngung erhöht allerdings das Risiko von unerwünschten Nitratausträgen. (siehe: Umwelt > N-Verluste)

Geringes N-Auswaschungsrisiko bei optimaler Düngung


Eine N-Düngung, die sich am ökonomischen Optimum orientiert, stellt dagegen kaum ein Risiko für erhöhte Nitratausträge dar. Erst bei einer Düngung über das Optimum hinaus steigen der Nmin-Restgehalt im Boden und damit die Gefahr der Auswaschung von Nitrat in der vegetationslosen Zeit.

Eine Auswaschung aus dem Wurzelraum während der Vegetationszeit im Frühjahr und Sommer tritt demgegenüber nur unter außergewöhnlichen Bedingungen auf, wie z.B. auf flachgründigen, sehr sandigen Böden in Verbindung mit Extremniederschlägen.

Nitrat-Auswaschung während der Vegetationsperiode ist die Ausnahme in unbewässerten Böden


Die gezeigten Feldversuche mit Winterweizen belegen dies. Die Verlagerung von Nitrat (siehe: Umwelt > Nitratverlagerung) während der Vegetationsperiode unter 90 cm Bodentiefe wäre ein Beleg für eine stattgefundene Abwärtsverlagerung von Düngerstickstoff. Im Mittel von 7 Versuchen konnte allerdings kein Unterschied im Nitratgehalt festgestellt werden, eine Verlagerung fand nicht statt. Ursache ist die im Frühjahr einsetzende Evapotranspiration von Boden und Pflanze, die im Laufe der Vegetationsperiode zu einer aufwärtsgerichteten Wasserbewegung führt.

Die oft diskutierte Gefahr, dass im Frühjahr gedüngtes Nitrat ausgewaschen und somit nicht mehr für die Pflanzen erreichbar ist, kann unter unseren Klima- und Bodenbedingungen weitgehend ausgeschlossen werden.

Im Ackerbau ist Nitratauswaschung während der Vegetation die Ausnahme



Die Tabelle zeigt, dass z.B. unter Winterweizen relevante Austräge von Düngerstickstoff während der Vegetation erst ab 600 mm Niederschlag und auf leichteren Böden auftreten.

Spielt die N-Form eine Rolle für das Auswaschungsrisiko?

Für die Auswaschung über Winter spielt die im Frühjahr gedüngte N-Form keine Rolle, da im Laufe der Vegetation alle N-Formen in die Nitratform umgebaut werden. Allerdings ist die N-Form mitentscheidend für die Effizienz des gedüngten Stickstoffs. Je geringer die N-Effizienz eines Düngers ist, umso höher ist der Anteil an Stickstoff, der im Boden verbleibt oder gasförmig als Ammoniak entweicht.
Der ungenutzt im Boden verbleibende Stickstoff liegt entweder sofort in mineralischer Form im Boden vor und erhöht den Nmin-Rest-Gehalt zur Ernte. Oder er wird nach vorübergehender Immobilisierung in der mikrobiellen Biomasse des Bodens nach der Ernte im Herbst wieder teilweise remineralisiert und erhöht somit, da kein Bedarf seitens der Pflanzen besteht, das Auswaschungsrisiko.

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