| Sonnenblume | |
Die Sonnenblume ist durch eine hohe Nährstoffnachlieferung aus ihren Ernte-Wurzel-Rückständen (EWR) sowie durch ihre sehr gute Bodenerschliessung eine optimale Vorfrucht. Die hohe Grunddüngung zu Sonnenblumen ist eine gute Investition für die gesamte Fruchtfolge.
N-Düngung
Die Gesamtstickstoffaufnahme liegt bei 130 bis 200 kg N/ha, je nach Ertragsniveau. Dabei reagieren Sonnenblumen sehr empfindlich auf ein zu hohes N-Angebot mit erhöhtem Infektionsdruck, Lagerneigung und niedrigem Ölgehalt. Deswegen kommt der Anrechnung von Nmin und der genauen Abschätzung der Stickstoff-Nachlieferung bis zur Blüte eine große Bedeutung zu.
- N-Sollwert bei niedrigen bis mittleren Erträgen: 100 kg N/ha minus Nmin
- N-Sollwert bei mittleren bis hohen Erträgen: 120 kg N/ha minus Nmin
- Keine organischen Dünger einsetzen (schlecht kalkulierbare N-Nachlieferung)
- Nitrathaltige N-Dünger für die Unterstützung der Jugendentwicklung und ein zügigen Start beim Wurzelwachstum einsetzen
- Chloridhaltige NPK können nur eingeschränkt genutzt werden
Düngung mit P, K
- P-Düngung (Versorgungsstufe C): 50-80 kg P2O5/ha vor der Aussaat
- K-Düngung (Versorgungsstufe C): 150-200 kg K2O/ha
- Sonnenblumen benötigen während ihres Wachstums je nach Ertrag 250-400 kg K2O/ha.
- Ein Großteil verbleibt als EWR auf dem Schlag
- In Fruchtfolgen mit Sonnenblumen sollte der gesamte Kalium-Bedarf zur Sonnenblume gegeben werden
- Eine ausreichende Kaliumversorgung ist besonders in Trockengebieten für Ertragsstabilität und N-Effizienz wichtig.
- Zuschläge auf Standorten mit P- und K-Versorgungstufen A/B unbedingt berücksichtigen!
- Wichtig: Sonnenblumen sind chloridempfindlich
S- und Mg-Düngung
- S-Düngung: 20-30 kg/ha
- Mit der N-Nachlieferung ist meist eine ausreichendende sulfatischen S-Freisetzung aus der Mineralisation verbunden. Deshalb kann man sich beim Schwefeldüngungsbedarf mit einem NS-Verhältnis von 4:1 an der mineralische N-Düngung orientieren
- Schwefelmengen aus der sulfatischen Kalium- und Magnesiumdüngung mit anrechnen!
Während des Schossens eines Sonnenblumenbestandes werden in kurzer Zeit sehr hohe Magnesiummengen für die Chlorophyll- und Kohlenhydratbildung benötigt. Auch zur Ölbildung während der Assimilatverlagerung in die Achänen ist eine ausreichende Magnesiumaufnahme notwendig
- Mg-Düngung: 40-50 kg MgO/ha
- Die notwendige Magnesiumverfügbarkeit sollte über einen hohen Anteil wasserlöslicher Magnesiumverbindungen wie Magnesiumsulfat gedeckt werden
- Magnesiumhaltige Kalium- und Schwefelverbindungen nutzen
- Tipp: nach Kali-Herbstgabe im Frühjahr mit einer kombinierte N-S-MgO-Düngung (z.B.: YARA OptimagPLUS) andüngen und so Überfahrten sparen!
Mikronährstoffe:
Bor
- Sonnenblumen haben einen höheren optimalen Borgehalt als Raps: auf ausreichende Borzufuhr achten!
- Empfohlene Blattdüngung: 200-400 g Bor/ha
- Borgaben auf alle Pflanzenschutzmaßnahmen aufsplitten, da Bor in der Pflanze nur über das Xylem, also mit dem Transpirationsstrom transportiert wird. Damit ist eine Umverteilung aus behandelten Blättern in neu zuwachsende Blatt- und Verzweigungsetagen nicht möglich.
- Ideal ist eine 3-malige Spritzung mit jeweils 100-150 g Bor/ha

Zink, Kupfer
- bei Zink und Kupfer liegen die Pflanzengehalte höher als bei Raps und Getreide
- aufgrund der sehr intensiven Durchwurzelung können Mikronährstoffe bei ausreichender Verfügbarkeit (Versorgungsstufe E) gut erschlossen werden. Bei Versorgungsstufe A/C wird eine ergänzende Blattdüngung empfohlen.
- Empfohlene Blattdüngung:
Kupfer: 100-150 g Cu/ha
Zink: 150-250 g Zn/ha
- eine ausreichende Manganversorgung wird für hohe Leistungen aus der Photosynthese und besseren Bewältigung von Trockenstress benötigt
- Empfohlene Blattdüngung: 150-250 g Mn/ha
Mangan, Kupfer und Zink können nach Pflanzenanalyse gezielt gespritzt oder mit kombinierten Produkten vorsorglich ergänzt werden (z. B. 2 l/ha YaraVita Getreide)
Unter folgenden Bedingungen ist neben Bor auf eine ergänzende Mikronährstoffversorgung über Blattdüngung zu achten:
- auf leichten und mittleren Standorten
- pH-Werte > 6,2 (B, Mn, Zn, Cu)
- Trockenheit bzw. Wechselfeuchte
- Mulchsaaten und sehr lockere Standorte
pH-Wert:
- optimaler Bereich pH 6-7 je nach Standort





