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       fotografiert von Dr. R.-R. Schulz

Sommerraps hat ähnliche Nährstoffansprüche wie Winterraps. Die großen Ertragsschwankungen zwischen 20 und 40 dt/ha in Abhängigkeit von der Wasserversorgung im April/Mai erschweren eine genaue Düngungsplanung. Häufig wird Sommerraps als Ersatzfrucht nach Umbruch einer Winterung angebaut.

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Abb. 1: Einordnung der Nährstoffversorgung in Entwicklungsstadien von Sommerraps und Ausprägung von Ertragsfaktoren

Wichtige Hinweise für den Sommerrapsanbau:
  • Höhe der 1. N-Gabe auf Minimalertragsniveau (100 kg N/ha) begrenzen und ergänzende N-Gaben während Schossen oder Blüte an Ertragserwartung anpassen, um hohen Ölgehalt zu sichern
  • Sommerraps hat ein schlechtes Nährstoffaneignungsvermögen und benötigt deshalb nach der Saat alle Nährstoffe gut verfügbar im oberen Wurzelraum
  • Sommerraps muss im Frühjahr in kurzer Zeit erhebliche Wurzel-, Spross- und Blattmassen bilden. Deshalb sind bei Grunddüngung und vor allem Magnesiumversorgung ein Nährstoffaufwand ähnlich wie bei Winterraps notwendig.
  • Gerade bei Trockenheit ist auf eine ausreichende Mikronährstoffversorgung mit Schwerpunkt Bor und Mangan zu achten
Düngungsplan Hauptnährstoffe Sommerraps

N-Düngung

Aufgrund der geringeren Wurzelleistung und der kürzeren zur Verfügung stehenden Vegetationszeit ist bei Sommerraps ein N-Bedarf von 5-6 kg N/dt Samenertrag einzuplanen. Die Teilung der N-Gaben dient vor allem einer Anpassung an das Ertragspotential!

  • Wird von einem Ertrag von 30 dt/ha ausgegangen, liegt der Gesamt-N-Bedarf inkl. Nmin von 0-60 cm Bodentiefe bei 150-180 kg N/ha
  • Eine Nmin-Beprobung im Frühjahr wird nach einer Herbst-Güllegabe, nach Umbruch mit N-Gabe im Herbst bzw. Spätwinter/Vorfrühling sowie nach Leguminosenvorfrucht empfohlen
  • Für eine zügige Jugendentwicklung werden jedoch 50%  des Basis-N-Bedarfes von 100 kg N/ha als nitrathaltiger, schnellverfügbarer N-Dünger empfohlen.
  • Ähnlich wie Winterraps kann auch der Sommerraps sehr gut Nährstoffe aus einer Güllegabe verwerten. Prinzipiell ist die Gabe des gesamten N-Bedarfs über eine Güllegabe möglich.
  • Idealerweise sollte die Güllegabe (ca. 20 m³/ha) vor der Saat sofort eingearbeitet werden.
Frühjahrsgabe

Andüngung erfolgt in Höhe des Basisertrag dt/ha x 6 kg N/dt minus Nmin (0-60 cm Bodentiefe)
  • z.B. 20 dt/ha x 6 kg N/ha minus 50 kg N/ha (Nmin) ergeben 70 kg N/ha Andüngung
  • Bei niedrigerem Nmin und/oder höherem Basisertrag wird die Andüngung auf max. 100 kg N/ha begrenzt.

Schossergabe

Mit Beginn Schossen erfolgt die Anpassung der N-Düngung an das vorhandene Ertragspotential

  • z.B. Ertragserwartung von 30 dt/ha: 60 kg N/ha  für die 2. N-Gabe (bei 50 kg N/ha Nmin und 1. N-Gabe in Höhe von 70 kg N/ha)
  • Tipp: Bei guter Bestandesdichte und absehbarer langsamer Abreife mit Potential für ein hohes TKG verbessert eine Zugabe von ca. 10 kg N/ha (AHL) zur Blütenspritzung den Ertrag

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Düngung mit P, K

  • P-Düngung (bei Versorgungsstufe C): 40-60 kg P2O5/ha
  • K-Düngung: Der Sommerraps benötigt je nach Ertrag 100-160 kg K2O/ha. Ein Großteil verbleibt davon nach dem Drusch auf dem Feld. Eine ausreichende Kaliumversorgung ist besonders in Trockengebieten für hohe Erträge  wichtig:
    • Anbau auf Standorten mit K-Versorgungsstufe C: 60-80 kg K2O/ha
    • Anbau nach späträumenden „Blattfrüchten“ (ZR, KM): 40 kg K2O/ha
    • Anbau nach Silomais: 120-150 kg K2O/ha
  • K-Bedarf einer Raps-Getreide-Fruchtfolge zu Sommerraps (2/3) und Stoppelgetreide ausbringen
  • Tipp: Phosphat und Kalium aufgrund des anfangs flachen Wurzelsystems im Frühjahr streuen! Zuschläge auf Standorten mit P- und K-Versorgungstufen A/B auf  Höhe des Entzuges vornehmen.

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S- und Mg-Düngung

  • 30-40 kg S/ha
  • 30-50 kg MgO/ha
  • Magnesium  und Schwefel mit der 1. N-Gabe oder zeitnah nach der 1. N-Gabe ausbringen
  • Kombinierte Stickstoff-Schwefel-Dünger mit Magnesium  in  einem N:S-Verhältnis von 4-5:1 sind hervorragend für die 1. und 2. N-Gabe geeignet
  • ausreichend  hohe Verfügbarkeit von Magnesium  in wasserlöslicher Form ist ab Blattbildung bis Ende Schossen  wichtig für Wachstum und Energiehaushalt. Das ist bei Frühjahrstrockenheit nur über Magnesiumsulfat-Produkte realisierbar!
  • Tipp: Achten Sie auf kombinierte N-Dünger mit hohem Schwefel und Magnesiumgehalt, z.B. YARA OptimagPLUS

 

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Mikronährstoffe:

  • Bor-Gaben auf Pflanzenschutzmaßnahmen auf splitten, da Bor in der Pflanze nur über das Xylem,  also mit dem Transpirationsstrom, transportiert wird. Damit  ist eine Umverteilung aus behandelten Blättern in neu zuwachsende Blatt- und Verzweigungsetagen nicht möglich.

  • Mangan: wichtig für hohe Photosyntheseleistungen und zur besseren Bewältigung von Trockenstress
  • Molybdän: wichtig für die Stickstoffverwertung (Nitratreduktase) bei hohen N-Aufnahmeraten

Tab. Mikronährstoffentzug von Sommerraps     bei 30 dt/ha Samenertrag (g/ha Gesamtpflanze, angepasst n. Finck 1998)

Unter folgenden Bedingungen ist auf eine ergänzende Mikronährstoffversorgung über Blattdüngung  zu achten:

  • auf leichten und mittleren Standorten
  • pH-Werte > 6,2 (B, Mn, Zn, Cu); Molybdänmangel tritt dagegen eher auf zu sauren Standorten auf
  • Trockenheit
  • Mulchsaaten und sehr lockere  Standorte
  • Einsatz hoher Mengen organischer Dünger
  • Häufiger Wechsel von Trockenheit und Durchfeuchtung
  • Versorgungsstufe A+B bei Mikronährstoffen
Tab. Zeitplan für    Blattdüngungsmaßnahmen

 


pH-Wert:

  • optimaler Bereich pH 6-7 je nach Standort

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