Bis Ende der 80er Jahre spielte Schwefel in der Düngung landwirtschaftlicher Kulturen nur eine untergeordnete Rolle, da die Schwefeldioxid-Emmissionen von Industrie und Verkehr die S-Versorgung der Kulturen sicherstellte. Heute sind die Emmissionen aufgrund von luftreinhaltenden Umweltmaßnahmen auf ein Minimum zurückgegangen (im Schnitt ca. 10 kg/ha*a), so dass Schwefel nun gezielt gedüngt werden muss. Schwefel beeinflusst die Wirkung von Stickstoff entscheidend.



Aufgaben in der Pflanze:
  • essentieller Baustein für S-haltige Aminosäuren (Methionin, Cystin, Cystein) und Enzyme -> wichtig für Chlorophyllhaushalt und die Eiweißbildung
  • wichtig zur Bildung von Vitaminen und wachstumsfördernder Enzyme
  • zur effizienten Ausnutzung von Stickstoff benötigt die Pflanze Schwefel, der für die Reduktion des aufgenommenen Nitrates essentiell ist, bei Schwefelmangel steigt der Gehalt an Nitrat in den Pflanzen an
  • Die enge Wechselwirkung von Stickstoff und Schwefel kommt im N/S- Verhältnis zum Ausdruck. Es sollte zwischen 10 und 15:1 liegen. Das heißt, dass zur Ausnutzung vin 10 bis 15 kg Stickstoff 1 kg Schwefel notwendig ist. Schwefeldüngung steigert somit die Effizienz der Stickstoffdüngung

Schwefelmangel:

  • Aufhellung gerade der jüngsten Blätter -> verminderte Bildung von Chloroplasten und Chlorophyll, Schwefel kann in Pflanze nicht verlagert werden
  • Kümmerwuchs -> verminderte Stoffwechseltätigkeit, gestörte Eiweißsynthese
  

                                 Schwefel-Mangel im Raps, Quelle: Yara                                                                                                            


Schwefel im Boden:


Schwefel ist im Boden zu 90% in organischer Form gebunden, der restliche Anteil ist in kristalliner Form in der mineralischen Bodensubstanz vorhanden. Die Pflanze nimmt Schwefel nur in gelöster Form von Sulfat über die Wurzeln auf.
Aus dem organisch gebundenen Schwefel werden ca. 10-20 kg/ha im Jahr mineralisiert.
Besonders auf leichten Standorten kann Schwefel in Sulfatform verlagert werden.

Schwefeldüngung:

Die Schwefelaufnahme der Pflanzen läuft parallel zur N-Aufnahme. Daher ist es sinnvoll, den Schwefel direkt zu Vegetationsbeginn zur Verfügung zu stellen, damit die Grundversorgung sichergestellt wird. Bei Getreide, Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben wird i. R. eine S-Menge von 10-20 kg S/ha als Düngung möglichst im Frühjahr bzw. zu Vegetationsbeginn der Pflanze empfohlen. Schwefelbedürftiger sind Grünland und Raps. Hier ist eine Versorgung mit 20-40 kg S/ha sinnvoll. In Einzelfällen können auch höhere Mengen notwendig sein. Organische Dünger tragen nur zu geringem Teil zur Schwefelversorgung bei, da zu Vegetationsbeginn aufgrund der kühlen Bodentemperaturen noch nicht ausreichend organisch gebundener S mineralisiert wird und der Gehalt gering ist. Der Anteil an sofort pflanzenverfügbarem Sulfat liegt unter 20 % des gesamten Schwefelgehaltes. Im Anwendungsjahr ist die Schwefelausnutzung aus organischen Düngern gering. (siehe: Grundlagen der Düngung > AN +Schwefel )


                                                                                                                  

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