| Zuckerrüben | |
N-Düngung:
- Sollwert 160 kg N/ha minus N-min (LWK Niedersachsen)
- Korrekturwerte sind bei besonderen Standorteigenschaften, langjähriger organischer Düngung sowie Zwischenfruchtanbau und Vorfrucht (z.B. Leguminosen) zu beachten:
- Humusarme Sandböden: +20 kg N/ha
- Kalte und umsetzungsträge Tonböden: +20 kg N/ha
- Tiefgründige, milde Lehmböden: -20 kg N/ha
- 1,5-2,5 GV/ha: -20 bis -40 kg N/ha
- Nach Zwischenfrucht: -30 kg N/ha
- Bei Gaben über 120 kg N sollte eine Gabenteilung erfolgen.
- Es sollten auch bei später Ernte und hohen Erträgen keine Zuschläge in der N-Düngung erfolgen, wie ein Versuch der LWK Niedersachsen aus dem Jahr 2010 beweist (Quelle: www.lwk-niedersachsen.de: Artikel „Optimierung der Düngung von Zuckerrüben“ Dr. U. Lehrke)
Düngung mit P, K, Mg, S:
- Basis ist die Grundbodenuntersuchung im Jahr vor dem Rübenanbau
- bei P und K sind Nährstoffgehalte im hohen C-Bereich anzustreben
- Die Zuckerrübe zeigt Mängel in der Nährstoffversorgung deutlicher in Mindererträgen als z.B. Getreide
- Phosphor, Kali und Magnesium aus organischen Düngemitteln sind voll in der Düngeplanung zu berücksichtigen
Phosphat
- Bedarf: 90-115 kg P2O5 /ha
- Entzug (Abfuhr vom Feld): 50-60 Kg P2O5 /ha
- Bedarf: 340-420 kg K2O /ha
- Entzug (Abfuhr vom Feld): 125-150 kg K2O /ha
- Wichtig für: Kohlenhydratsynthese, Assimilattransport und für die Regulation des Wasserhaushaltes der Pflanze - alles Prozesse, die den Zuckergehalt beeinflussen
- Kali-Mangel vermeiden, da dann die unerwünschten Alpha-Amino-Gehalte in der Zuckerrübe ansteigen, weil der gedüngte Stickstoff im Stoffwechsel nicht weiter verarbeitet werden kann
- Düngung an Boden- und Tongehalt des Bodens orientieren: je schwerer (tonreicher) ein Boden, desto langsamer steigt mit Steigerung der Kaligabe die Kalikonzentration in der Bodenlösung an
- Düngebedarf ist deshalb auf tonreichen Böden höher als auf leichten Standorten
- Die Kalidüngung kann auf schweren Standorten daher schon im Herbst erfolgen, wogegen auf sandigen Standorten das Kalium im Frühjahr gedüngt werden muss um Auswaschung über Winter zu vermeiden.
Quelle der Abbildung: http://bisz.suedzucker.de/Duengung/Definitionen_bodenkundlicher_Begriffe/Pufferung___Was_ist_ein_Puffer_/puffer_1.gif
Magnesium
- Bedarf 75-95 kg MgO/ha
- Entzug (Abfuhr vom Feld) 40-50 kg MgO/ha
- Der Magnesiumbedarf der Zuckerrübe wird häufig über die Grunddüngung mit Kalk (Carbokalk) oder die Kaligabe abgedeckt
- bei schlechter Mg Bodenversorgung gerade auf leichten Böden und bei niedrigen pH-Werten ist eine Düngung mit Kieserit oder Optimagplus (24 N, 8 MgO + 6 S) sinnvoll
- Magnesium spielt im Stoffwechsel als zentraler Bestandteil des Chlorophylls eine entscheidende Rolle und ist mit für eine hohe N-Effizienz verantwortlich
S-Düngung
- Zuckerrüben haben eine Schwefelbedarf von 20 -30 kg S/ha
- Schwefelsollwert in der Pflanze liegt ähnlich wie bei Getreide (0,3 % in der TM)
- in der Regel werden im Laufe der Vegetation ausreichende S-Mengen aus dem Boden mineralisiert
- bei sehr leichten, humusarmen und durchlässigen Böden und bei geringen Smin-Gehalten im Frühjahr kann eine Schwefeldüngung sinnvoll sein
- Schwefel wird als Begleitnährstoff häufig schon mit dem Kali (Kornkali) ausgebracht oder kann z.B. mit Magnesium und Stickstoff kombiniert über Optimagplus ausgebracht werden
Mikronährstoffe:
- Besonders wichtig sind Bor und Mangan
- Bor-Bodengehalte am besten über die Bodenanalyse ermitteln
- bei niedriger Borversorgung sollte z.B. über borhaltige NPK-Düngemittel eine Bodendüngung vorgenommen werden
- Borblattdüngung: ist mit dem Pflanzenschutz wiederholt in der Tankmischung möglich
- Die wiederholte Bor-Blattdüngung ist der einmaligen Blattdüngung überlegen, da Bor in Pflanze schlecht verlagert werden kann (Mangelerscheinungen an den jungen Blättern)
Herz- und Trockenfäule bei Zuckerrüben
- Mangan liegt häufig im Boden in ausreichender Menge vor, ist jedoch durch Trockenheit oder relativ hohe pH-Werte schlecht verfügbar
- eine Blattdüngung mit bis zu 500 g Mn/ha ist zur Vermeidung von Mangelerscheinungen möglich.
pH-Wert:
- Bodenart spezifisch einstellen
- Gerade auf zur Verschlämmung neigenden Böden ist für ein feinkrümelige Struktur die Ca-Ionen Absättigung der Bodenkolloide über eine ausreichende Kalkversorgung wichtig





