Phosphat wird durch die Pflanze in Form von Orthophosphat (H2PO4-, HPO4-) aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt über die Wurzel und ist nicht allein vom Bodenvorrat abhängig. Vielmehr Temperatur und Bodenstruktur bestimmen, ob pflanzenverfügbar gebundenes Phosphat in Lösung geht und der Pflanze somit zur Verfügung steht.
Phosphat ist an allen Prozessen des Energiehaushaltes beteiligt und beeinflusst so z.B. die Synthese von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß.

Aufgaben in der Pflanze:
  • Zellbaustein ->Bauelement der Zellmembran und von Nukleinsäuren
  • Wichtig für die Steuerung der Zellfunktionen
  • Energieträger und somit an allen wichtigen Stoffwechselvorgängen in der Pflanze beteiligt
  • Erhöht Krankheits- und Frostresistenz
  • Verbesserung des Wurzelwachstums
  • Beeinflusst Bestockung des Getreides positiv
  • Erhöhung der Qualität des Erntegutes ->P ist als Phytinphosphat zu 80% in Körnern und Samen gebunden

Phosphatmangel:

  • vermindertes Wurzelwachstum ->Störung des Stoffwechsels
  • geringe Bestockung ->Störung des Stoffwechsels
  • rötliche Blattfärbung ->Chlorophyllanreicherung, erhöhter Anthocyangehalt
  • Kümmerwuchs und schlechte Gesamtentwicklung ->Störung des Stoffwechsels
  • Stärkeeinlagerung ins Korn wird gehemmt ->Störung des Stoffwechsels
  

P-Mangel im Mais
          Quelle: R.Stamm                                                                                                                  


Phosphat im Boden:

Im Boden liegt Phosphat in verschiedenen Bindungsformen vor. Man unterscheidet wasserlösliche, labile und stabile Phosphatformen. Der Gesamtvorrat an Phosphat im Boden liegt bei 2000 kg/ha bis ca. 9000 kg/ha Phosphat. Die Versorgung der Pflanzen erfolgt aber nur aus dem in der Bodenlösung gelösten Phosphat. Diese Phosphatmenge ist sehr gering. In der Hauptwachstumszeit werden bis zu 3 kg/ha Phosphat täglich von den Kulturen benötigt. Ein Liter Bodenlösung enthält nur ca. 1-2 mg Phosphat (= 1-2 kg/ha), so dass aus dem Bodenvorrat zügig Phosphat nachgeliefert werden muss, damit kein temporärer Phosphatmangel auftritt. Diese Nachlieferung erfolgt je nach Bodenfeuchte und Wärme aus der labilen Phosphatfraktion Daher kann gerade im zeitigen Frühjahr ein Mangel an wasserlöslichem Phosphat die Entwicklung der Kulturpflanzen hemmen. (siehe: Angewandte Düngung > Volldünger; und: Angewandte Düngung > P und K)


Quelle: incona                                                                                                                                                               

Phosphatdüngung:

Die Aufnahme von Phosphat steht in engem Zusammenhang mit den Phosphatgehalten in der Bodenlösung. Eine direkte Düngewirkung ist daher nur durch eine Erhöhung der P-Konzentration in der Bodenlösung zu erzielen. Phosphat unterliegt im Boden bekanntermaßen der Alterung, d.h. gedüngtes Phosphat wird im Boden recht schnell adsorbiert und steht den Pflanzen fortan nur eingeschränkt zur Verfügung. Eine Phosphatdüngung sollte also möglichst zeitnah zum Bedarf der Pflanze ausgebracht werden, um kurzfristig eine Erhöhung der Phosphatkonzentration im Boden zu erreichen. Oberflächig ausgebrachtes wasserlösliches Phosphat dringt mit den Niederschlägen bis zu 5 cm in den Boden ein. Somit gelangt es bei einer Frühjahrsdüngung direkt an die Pflanzenwurzel und kann die Versorgung zu diesem Zeitpunkt sicherstellen. (siehe: Angewandte Düngung > Volldünger; und: Angewandte Düngung > P und K)



Die Tabelle zeigt einen Ausschnitt.

Nach den Nährstoffgehalten einer dreigliedrigen Fruchtfolge von Winterweizen, Wintergerste und Winterraps ergeben sich folgende Nährstoffentzüge für Phosphat, die dem Boden wieder zugeführt werden müssen, um seine Fruchtbarkeit zu erhalten (das Stroh verbleibt auf dem Feld):
               • Winterweizen (80 dt) = 64 kg P2O5
               • Wintergerste (70 dt) = 56 kg P2O5
               • Winterraps (35 dt) =    63 kg P2O5
Über die beispielhafte Fruchtfolge werden 183 kg P2O5 entzogen, die über die Erhaltungsdüngung wieder zugeführt werden müssen.

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