Die organischen Dünger werden in zwei Gruppen aufgeteilt:

  • Wirtschaftsdünger: Stallmist, Gülle, Jauche, Sickersäfte, Stroh, Gründüngung
  • Sekundärrohstoffdünger (SEROs): Kompost, Klärschlamm, Fleischknochenmehl etc.
Wirtschaftsdünger - allgemeine Hinweise
Der Stickstoffgehalt und die Zusammensetzung hängen von der Tierart, Fütterung, Leistung der Tiere und Einstreu ab. Aufgrund dieser Tatsache sollten Sie in jedem Fall regelmäßige Untersuchungen ihres Wirtschaftsdüngers vornehmen. Stickstoff ist in Wirtschaftsdüngern immer als Ammonium (NH4) und als organisch gebundener Stickstoff vorhanden. Der Ammonium-Anteil kann im Jahr der Ausbringung angerechnet werden, da er größtenteils nach Umwandlung zu Nitrat von der Pflanze aufgenommen werden kann. Der organische Anteil wirkt je nach der Mineralisationsrate in den Folgejahren und trägt daher vor allem zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei. Der Ammonium-Anteil ist chemisch gesehen dem Ammonium aus Mineraldüngern gleichzusetzen.

C/N-Verhältnis
Wichtig für die Wirksamkeit von organischen Düngern ist neben dem pH-Wert, das C/N-Verhältnis. Es beschreibt das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff. Stickstoff kann aus einer Amino-Verbindung (organisch gebundener Stickstoff) nur durch mikrobiellen Abbau freigesetzt werden. Die Mikroorganismen benötigen Stickstoff, um körpereigenes Eiweiß aufbauen und sich vermehren zu können. Dieser Bedarf wird bei einem C/N-Verhältnis < 20 gedeckt, bei einem weiteren Verhältnis ist der mikrobielle Abbau organischer Substanz gehemmt. Anorganischer Stickstoff (Ammonium und Nitrat) im Boden wird dann von den Mikroorganismen gebunden und steht den Kulturpflanzen kurzfristig nicht mehr zur Verfügung. Eine N-Gabe bei Strohzufuhr fördert aus diesem Grunde die Umsetzung des Getreidestrohs, was ein weites C/N-Verhältnis von 90-100:1 hat.

Sekundärrohstoffdünger - allgemeine Hinweise(SERO)
Bei sekundären Rohstoffen, wie Kompost, Knochenmehl und Klärschlamm, ist die Verfügbarkeit der Nährstoffe zu beachten. Je niedriger das C/N-Verhältnis und je höher der Stickstoffgehalt ist, umso besser ist auch die Wirkung.

Graphik: N-Verfügbarkeit im Jahr der Anwendung von ausgesuchten Düngern
Mineraldünger-Äquivalent


Grundnährstoffe in Wirtschaftsdüngern
Die Grundnährstoffe P, K, Mg, S und Ca aus organischen Düngern können komplett angerechnet werden- Phosphat aus Wirtschaftsdüngern liegt meist als Phytinphosphat vor. Man kann eine Freisetzung durch Mineralisierung im ersten Jahr von 60% ansetzen, der Rest wirkt in den Folgejahren. Kalium liegt wasserlöslich vor und kann von der Pflanze entsprechend gut aufgenommen werden.

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