Hier finden Sie weitere Informationen zur Nitratverlagerung.

Ist mehr Nitrat im Boden vorhanden als die Pflanze aufnehmen kann und wird gleichzeitig die Wasserspeicherkapazität im Boden überschritten, kann Nitrat ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen. Die Wasserspeicherkapazität des Bodens ist abhängig von der Bodenart.

Abb. 1: Schematische Darstellung der Nitratauswaschung




Hier klicken!Innerhalb der Vegetationszeit wird bei angepasster Düngung kaum Nitrat ausgewaschen. Der zu Vegetationsbeginn in der von den Wurzeln erreichbaren Bodenschicht vorhandene Mineralstickstoff (=Nmin) wird im Regelfall von den Pflanzen aufgenommen. Zusätzlich wirken Wasserverbrauch und Verdunstung einer Verlagerung in tiefere Bodenschichten entgegen. Unter normalen Witterungsbedingungen und bei speicherfähigen Böden unterliegt Mineralstickstoff daher nicht der Auswaschung. Tritt im Frühjahr eine Sickerwasserbildung ein, wird der mineralische Stickstoff in tiefere Bodenschichten verlagert, kann aber in der Regel vom Pflanzenbestand aufgenommen werden.

Auswaschungsgefährdet ist zunächst der Stickstoff, der in 60-90 cm Bodentiefe vorliegt.



Die nachfolgende Tabelle zeigt am Beispiel Wintergetreide den notwendigen Niederschlag (mm), um im zeitigen Frühjahr (März bis Mai) gedüngten Stickstoff unter 90 cm Durchwurzelungstiefe zu verlagern.

Diese Niederschlagsmengen von 270 bis 410 mm werden in normalen Jahren in unseren Breiten nicht erreicht. Sollte Nitrat dennoch verlagert werden, so wird es in Zeiten geringer Niederschläge über einen nach oben gerichteten Wasserstrom erneut pflanzenverfügbar gemacht und steht den Pflanzen wieder zur Verfügung.

Mineralische Stickstoffdünger, die auf die Bodenoberfläche appliziert werden, werden nur geringfügig in den Boden eingewaschen. Der Einwaschung in den Boden wirkt die im Frühjahr zunehmende Verdunstung entgegen. Wichtig ist eine zeitlich und mengenmäßig an den N-Bedarf der Pflanze angepasste Düngung.

Auswaschung erfolgt im Herbst und Winter

Über Herbst und Winter können sich diese Verhältnisse umkehren. Bei fehlendem Pflanzenbewuchs und hohen Niederschlagsmengen kommt es zu einer abwärts gerichteten Wasserbewegung. Mit dieser kann Nitrat in tiefere Bodenschichten verlagert werden und ins Grundwasser gelangen. Die Sickerwasserbildung ist ein natürlicher Vorgang. Es kommt also darauf an, zu Beginn dieser Periode im Herbst, hohe Nitratgehalte im Boden zu verhindern (z.B. durch angepasste Düngung, Winterzwischenfrüchte).

Die Höhe des Nitratgehaltes nach der Ernte im Boden ist abhängig von einigen Bewirtschaftungsfaktoren. An erster Stelle gilt es, eine Überdüngung mit Stickstoff zu vermeiden. Die N-Düngung muss an den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen angepasst sein.





Mit geteilten Gaben die N-Düngung anpassen

Der Stickstoff-Düngebedarf ist nie konstant und kann von Jahr zu Jahr und Schlag zu Schlag erheblich schwanken. Nur durch eine Teilung der N-Düngung auf 3-4 Gaben ist es möglich, die N-Düngung auf jedem Schlag und in jedem Jahr optimal an den tatsächlichen Pflanzenbedarf anzupassen (siehe geteilte Düngung). Für die Ermittlung des Pflanzenbedarfs in der Vegetationszeit sind Messgeräte wie der Yara N-Tester (siehe auch www.n-tester.de) und der Yara N-Sensor wertvolle Hilfsmittel.

Bei bedarfsgerechter, optimaler Düngung sind die Rest-Nmin-Gehalte kaum höher als bei reduzierter oder gar unterlassener N-Düngung. Erst im Bereich der Überdüngung, bei hohen N-Bilanzüberschüssen, steigen die Nmin-Rest-Werte an.

Welche Rolle spielt die N-Form?


Die verwendete N-Form und die Verteilung haben nur Einfluss, wenn sie die N-Effizienz beeinträchtigen. Ein Dünger, der nur zu einem geringen Anteil ausgenutzt werden kann, erhöht das Risiko einer Nitratauswaschung.

Daraus folgt eine auf den ersten Blick überraschende Erkenntnis:

Nitratdünger, die eine sehr hohe Düngereffizienz aufweisen, helfen die Nitratauswaschung zu minimieren!

Ein Ausweichen auf Stickstoffdünger, die kein Nitrat enthalten, wie Ammonium, Harnstoff oder stabilisierte Dünger wird häufig als Möglichkeit angesehen, eine Nitratauswaschung zu vermeiden oder zu verringern. Allerdings ist dies ein Trugschluss: diese Düngerformen sind je nach Witterung deutlich langsamer wirkend als z.B. nitrathaltige Dünger (siehe Umsetzungs-Geschwindigkeit). Wenn diese Dünger nur verhalten zu Nitrat umgewandelt oder sogar festgelegt werden, wird durch die Pflanzen nur ein Teil des applizierten Düngers aufgenommen. Erhöhte Nmin-Restmengen im Herbst können die Folge sein. Das bedeutete also: Je höher die Aufnahme des gedüngten N während der Vegetation ist (Abb.2, N-Effizienz einer Spätdüngung), desto weniger N bleibt im Boden zurück und kann im Herbst und über Winter ausgewaschen werden.

Abb. 2: N-Effizienz einer N-Spätdungung (60 kg N/ha) zu Weizen




N Leach:

Hier klicken!Modell zur Abschätzung des N-Auswaschungsrisikos im Frühjahr:
  • Mit welcher Verlagerungstiefe müssen sie rechnen?
  • Bleibt der Düngerstickstoff verfügbar?
Überprüfen Sie die Nitrataustragsgefährdung ihrer Flächen mit NLeach!

Hinweis: N-Leach ist ein einfaches Kaskadenmodell und basiert auf wenigen Eingabeparametern. Das Modell gibt eine grobe Orientierung, wie hoch das N-Verlagerungspotential einzuschätzen ist. Das Programm ist nicht für eine individuelle Düngeplanung geeignet.

Nachfolgend stellen wir Ihnen das Programm mit Hilfe von Screenshots und eines Videos am Beispiel von Winterweizen vor:

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Wählen Sie weitere Parameter für die Simulation:





Übersicht über die Informationen während der Simulation:




Hier sehen Sie die Simulation als Video:



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