N-Bilanzen können dem Landwirt helfen, den eigenen Einsatz von Stickstoffdünger sowohl in ökonomischer als auch ökologischer Sicht zu überprüfen. Ziel muss es sein, den N-Bilanzüberschuss möglichst gering zu halten, d.h. mit möglichst geringem N-Einsatz optimale Erträge und Qualitäten zu erzeugen. Dadurch wird auch das Risiko erhöhter Nmin-Restgehalte und daraus resultierender Nitratauswaschung (siehe auch: Umwelt> N-Verluste>Nitratverlagerung) über Winter minimiert.

Laut DüVO ist für Stickstoff der Durchschnitt der Salden über drei Jahre zu ermitteln.
Folgende durchschnittliche N- Überschüsse sind tolerierbar:
. von 2007 bis 2009 in Höhe von 80 kg N/ha
. von 2008 bis 2010 in Höhe von 70 kg N/ha
. von 2009 ab in Höhe von 60 kg N/ha
Die Erstellung der N-Bilanzen kann der Landwirt gleichzeitig zur Überprüfung seiner Düngung hinsichtlich Effizienz/Ökonomie nutzen.

Niedrige N-Bilanzsalden mit Nitraten bei optimaler N-Gabe


Bei Berechnung von vereinfachten Schlagbilanzen (N-Bilanzsaldo = N-Düngung - N-Abfuhr vom Feld) in N-Formenversuchen (siehe auch: Angewandte Düngung>Geteilte Gaben> KAS) wird deutlich, dass die N-Bilanzsalden bei Verwendung von nitrathaltigen Düngern wie Kalkammonsalpeter in der Regel niedriger sind. Aufgrund der höheren Effizienz von Nitraten kann mehr Stickstoff durch die Kulturpflanzen aufgenommen werden, was sich in höheren Erträgen und/oder höheren Qualitäten niederschlagen kann. Die Abfuhr bzw. der N-Entzug durch das Erntegut wird somit gesteigert, was zu niedrigeren N-Bilanzüberschüssen führt.
Die Einhaltung von Obergrenzen für den N-Bilanzüberschuss, wie sie zukünftig durch die derzeit in Überarbeitung befindliche Düngeverordnung zu erwarten sind, lässt sich also durch die Verwendung von effizienten nitrathaltigen Düngemitteln und die Optimierung der Düngungshöhe leichter erreichen.

Ertragsreaktion bei KAS und Harnstoff (36 Versuche 1988 - 2000, Limburgerhof)


Bei nahezu gleichen Erträgen der KAS- Variante nach Nmin Methode und der um 40 kg N/ha höher gedüngten Harnstoffvariante fällt die N- Bilanz bei KAS mit 20 kg/ha N leicht positiv aus. Bei Harnstoff beträgt der Überschuss dann jedoch schon 56 kg/ha N. Das bedeutet, dass in der Harnstoff-Variante mit erhöhter Düngung zwar der gleiche Ertrag wie mit KAS zu erreichen ist, das Saldo bei der N- Bilanz jedoch um 35 kg/ha ansteigt.
Diese Betrachtungsweise ist künftig ebenso wichtig wie die rein ökonomische Betrachtungsweise. Denn die höheren Verluste entweichen größtenteils in die Luft und tragen zu Umweltproblemen bei.
Direkt im landwirtschaftlichen Betrieb macht sich dies bei der Nährstoffbilanzierung nach Düngeverordnung bemerkbar. Die Bilanz wird um ca. 36 kg/ha N erhöht.

N-Ausnutzung bei KAS und Harnstoff (36 Versuche 1988 - 2000, Limburgerhof)


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