Deutschland setzt sich laut Multikomponentenprotokoll zum Ziel, bis zum Jahr 2010 die Ammoniakemissionen wie folgt zu senken:


Der Ausstoß von Ammoniak (siehe auch: Grundlagen der Düngung > N-Effizienz > Gasförmige Verluste) ist in den letzten Jahren verstärkt in die politische Diskussion geraten. Ammoniak wirkt versauernd auf die Böden und sorgt für eine übermäßige Nährstoffanreicherung in Gewässern.
Aus diesem Grund werden politische Initiativen ergriffen, um diese Emissionen zu reduzieren. Eine dieser Initiativen ist das im Rahmen des Genfer Luftreinhalteabkommens der Vereinten Nationen 1999 erstellte "Protokoll zur Bekämpfung von Versauerung, Eutrophierung und bodennahem Ozon".
Deutschland hat dieses so genannte Multikomponentenprotokoll unterzeichnet und verpflichtet sich u. a., die Emissionen von Ammoniak von 765000 t in 1990 bis zum Jahr 2010 auf 550000 t zu senken.
Um dieses Ziel zu erreichen müssen die Ammoniak-Emissionen in der Landwirtschaft deutlich reduziert werden.
Dies hat vor allem Einfluss auf die Tierproduktion. Im Wesentlichen nimmt das Multikomponentenprotokoll in großen genehmigungsbedürftigen Anlagen Einfluss auf Reduktionsziele im Stall und bei der Lagerung und darüber hinaus auf die gesamte Gülleausbringung in allen Betrieben.
Die Vertragspartner haben sich weiterhin verpflichtet, Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen bei der Mineraldüngung zu ergreifen. Hier wird vor allem bei der Anwendung von harnstoffhaltigen Düngemitteln ein Reduktionspotenzial gesehen.

Es ist festzustellen:
  • Die Landwirtschaft ist heute Hauptverursacher der NH3 -Emissionen und hier wiederum ist die Tierhaltung mit ca. 80 % Anteil an den Gesamt-Emissionen führend.
  • Die Reduktionsmöglichkeiten in der Tierhaltung sind limitiert. Bei voller Ausschöpfung aller Maßnahmen kann eine Größenordnung von ca. 130 kt NH3 p.a. erreicht werden.
  • Wird gleichzeitig zur Düngung vermehrt Harnstoff eingesetzt, so werden diese Maßnahmen vollständig durch erhöhte NH3 -Verluste aus Harnstoff kompensiert.
  • Als Folge bliebe nur noch eine Reduktion der Viehbestände zur Erreichung der Reduktionsziele bezüglich der NH3 -Emission.
  • Damit würde die wichtigste Einkommensquelle der Landwirtschaft empfindlich getroffen.
Ammoniak Emissionen Deutschland Effekte verschiedener Maßnahmen


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