Mikronährstoffe sind für Organismen lebensnotwendige Mineralstoffe, deren Konzentration im Pflanzengewebe im Bereich von Millionstel Gramm liegen. Für Pflanzen sind dies Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu) und Molybdän (Mo) sowie die Nichtmetalle Chlor (Cl) und Bor (B).
Bei regelmäßiger organischer Düngung liegen die meisten Mikronährstoffe in ausreichender Menge vor. Für Höchsterträge und damit steigendem Bedarf an Mikronährstoffen steigt auch die Bedeutung dieser Nährstoffe in der Düngung. Im folgenden werden die Mikronährstoffe und ihre Bedeutung in der Pflanze vorgestellt.

Mangan

Aufgaben in der Pflanze:
  • Aktivator von Enzymen
  • Fördert Eiweißsynthese
  • Wichtig für Hormonhaushalt

Manganmangel:

  • Dörrfleckenkrankheit (Hafer)
  • Blattaufhellungen, Chlorosen und Nekrosen in den Zwischenaderstreifen junger Blätter
  • Abknicken der Einzelpflanze
  • Mangelhafte Wurzelentwicklung
  • Schlechte Winterfestigkeit
  • Wachstumshemmungen

Quelle: BAD "Mikronährstoffe", 2007                                                             


Mangan im Boden:


Die Verfügbarkeit im Boden wird von der Bodenfeuchtigkeit, dem Sauerstoffgehalt und dem pH-Wert beeinflusst. Bei Trockenheit oxidiert Mangan und fällt als Braunstein aus. Die Verfügbarkeit des Mangans ist dann eingeschränkt. In feuchten Böden ist das Mangan dann wieder pflanzenverfügbar. Die Auswaschungsverluste liegen bei ca. 250 g/ha Mangan. Der pH-Wert und der Sauerstoffgehalt des Bodens nehmen starken Einfluss auf die Mangan-Verfügbarkeit, da die Mangan-Ionen in Verbindung mit Sauerstoff zu Manganoxid werden. In verdichteten Böden mit pH-Werten < 6,5 ist häufig eine bessere Mangan-Verfügbarkeit festzustellen, als in lockeren Böden mit hohem pH-Wert.

Mangandüngung:

In der Regel ist eine Düngung mit Mangan in Höhe von 0,4-4kg Mn/ha über Blattdünger sinnvoll. Tritt der Mangel bereits im Herbst auf, sollte bereits dann eine Düngung übers Blatt erfolgen. Nur bei extrem niedrigen Mangangehalten im Boden kann eine Düngung von 10-20 kg/ha Mangan in Ausnahmefällen durchgeführt werden.

Kulturen mit hohem Mn-Bedarf:

Getreide, ZR, Winterraps


Zink

Aufgaben in der Pflanze:
  • erhöhte Krankheitsresistenz
  • Bestandteil von Enzymen
  • verbesserte Pollen- und Samenvitalität
  • beteiligt an Eiweißsynthese und Energiestoffwechsel

Zinkmangel:

  • gehemmtes Wachstum
  • erst helle, dann bräunliche Flecken auf älteren Blättern beim Weizen
  • streifenförmige, großflächige Aufhellungen bei Mais
  • Chlorosen/Nekrosen
  • Blattdeformation
  • Erhöhte Krankheitsanfälligkeit

Quelle: BAD "Mikronährstoffe", 2007                                                           


Zink im Boden:


Zinkmangel ist auf unseren Standorten eher selten. Er tritt auf Standorten auf, die einen hohen pH-Wert (>7) aufweisen oder sehr stark aufgekalkt wurden. Bei hohen Phosphatgehalten (> Gehaltsklasse C) im Boden können sich schwer lösliche Zink-Phosphate bilden. Im Jahr werden ca. 100 g/ha Zink ausgewaschen.

Zinkdüngung:

Es wird bei Bedarf eine Blattapplikation mit Zinksulfat oder Zinkchelaten in Höhe von 0,3 bis 0,5 kg Zn/ha empfohlen.

Kulturen mit hohem Zn-Bedarf:

Mais, ZR, Getreide, Winterraps


Bor

Aufgaben in der Pflanze:
  • Bestandteil der Pektine der Zellwand
  • Beeinflusst Funktionen im Kohlenhydrat-Stoffwechsel
  • Wichtig für Zellteilung und Zellstreckung
  • Wichtig für die Regulation des Wasserhaushaltes
  • Bor ist Wachstumselement
  • Fertilität Raps etc.
Bormangel:
  • Verminderung des Wurzelwachstums
  • Gehemmtes Pflanzenwachstum
  • Herz und Trockenfäule bei Rüben, Wurzelverdickung bei Raps

Quelle: Yara                                                                                                                                 


Bor im Boden:


Bormangel tritt häufig auf leichten Standorten auf, da Bor leicht verlagert wird. Auswaschungsverluste liegen bei 10-200g/ha Bor im Jahr.

Bordüngung:

Die Bordüngung sollte sich nach dem Bedarf der Kulturen (bevorzugt zu Raps, Rüben und Mais) und dem Ergebnis der Bodenuntersuchung richten. I.R werden zur Versorgung dieser Kulturen ca 1 kg/ha Bor benötigt. Eine Vorratsdüngung ist aufgrund der Auswaschungsgefährdung von Bor nicht möglich.
Eine Überversorgung mit Bor kann bei Gerste oder Leguminosen auftreten, wenn diese Früchte in der Fruchtfolge direkt nach mit Bor gedüngten Kulturen angebaut werden. Die Gerste reagiert auf. zu hohe Borgehalte im Boden mit Wachstumsstörungen und Ertragsminderungen.

Kulturen mit hohem B-Bedarf:

ZR, Winterraps

Kupfer

Aufgaben in der Pflanze:
  • wichtig für Photosynthese
  • beteiligt an Eiweißsynthese
  • Halmstabilisierung
  • Aktivator von Enzymen
  • Sichert Anlage der Blüten und Fertilität der Pollen
Kupfermangel:
  • Einrollen jüngster Blätter
  • Welke
  • Weißährigkeit/-spitzigkeit
  • Absterben jüngster Blätter
  • Verringerte Standfestigkeit
  • Verringerte Frucht- und Samenausbildung
  • Chlorosen/Nekrosen
  • Gehemmtes Wachstum

Quelle: BAD "Mikronährstoffe", 2007                                                           


Kupfer im Boden:


Im Boden ist Kupfer an organischer Substanz sowie Tonteilchen, Eisen- und Manganoxiden gebunden. Bei hohen pH-Werten (>7,0) ist die Verfügbarkeit des Kupfers im Boden eingeschränkt. Daher tritt Cu-Mangel häufig nach starken Aufkalkungen auf. Eine Verlagerung im Boden findet in geringem Maße statt. Auswaschungsverluste liegen bei 10-110 g/ha Cu im Jahr. Ein Mangel tritt vornehmlich auf Sandböden, Moor- und Torfböden auf.

Kupferrdüngung:

In der Regel sollte die Düngung über das Blatt ausgebracht werden. Hier reicht eine Menge von 0,3-1 kg Cu/ha häufig aus. Für eine Bodendüngung liegen die Düngeempfehlungen bei 2-5 kg Cu/ha.

Kulturen mit hohem Cu-Bedarf:

Getreide, ZR, Winterraps


Eisen

Aufgaben in der Pflanze:
  • Aktivator von Enzymen
  • Funktion bei Samen- und Keimbildung
  • Beteiligung an Photosynthese
Eisenmangel:
  • Streifenchlorosen
Eisen im Boden:

Der Eisengehalt in Mineralböden übersteigt in der Regel den Pflanzenbedarf. Eine eingeschränkte Fe-Verfügbarkeit kann auf Kalkböden und bei Staunässe auftreten.

Eisendüngung:

Es wird eine Blattdüngung von 0,5-1,5 kg Fe/ha als Blattdüngung empfohlen.

Kulturen mit hohem Fe-Bedarf:

Weinreben, Obstgehölze


Molybdän

Aufgaben in der Pflanze:
  • Aktivator von Enzymen
  • Wichtig für Energiestoffwechse
  • Besondere Bedeutung bei Leguminosen
Molybdänmangel:
  • Chlorose
  • Gehemmtes Wachstum
  • Verminderter Samenertrag
  • Nekrosen
  • Blattdeformation
Molybdän im Boden:

Molybdän ist bei niedrigem pH-Wert sehr schlecht verfügbar, daher tritt Mo-Mangel auch hauptsächlich auf sauren Standorten auf (pH-Wert <5).

Molybdändüngung:

Es wird eine Blattdüngung mit 0,5-2 kg Natriummolybdat empfohlen.

Kulturen mit hohem Mo-Bedarf:

Leguminosen, Winterraps, Getreide


Quelle: BAD "Mikronährstoffe", 2007                                                           

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