Klärschlamm ist ein Konzentrat aus Feststoffen, die beim Klärprozess aus dem Abwasser gefiltert werden. Klärschlamm wird in verschiedenen Formen angeboten und ausgebracht. Man unterscheidet Flüssigschlamm mit 5% TM, entwässerten Schlamm mit 25 - 40% TM, thermisch getrockneten Schlamm mit 75% TM und kompostierten Schlamm.



Die enthaltenen Stoffe im Klärschlamm variieren erheblich in Abhängigkeit von seiner Herkunft. Klärschlamm darf nur nach vorhergehender Bodenuntersuchung und Klärschlammuntersuchung auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgebracht werden. Außerdem ist die Ausbringung auf 5 t TM/ha innerhalb von drei Jahren begrenzt. Bei Klärschlammkomposten ist die Menge auf 10 t TM/ha innerhalb von drei Jahren begrenzt, sofern die Grenzwerte für Schadstoffe nicht überschritten werden. Folgende Tabelle zeigt die Grenzwerte für Schwermetalle und organische Schadstoffe in Klärschlamm und Boden.


1Der niedrigere Wert gilt für Böden mit 5% Tongehalt und einem pH-Wert zwischen 5 und 6

Hier können Sie die KlärschlammVO ansehen.

Dem Anwender muss ein Lieferschein ausgehändigt werden, aus dem die Angaben über Menge, Nährstoff- und Schadstoffgehalt hervorgehen. Die Analysenergebnisse dürfen dabei nicht älter als 6 Monate sein. Die Verwendung von Rohschlamm, also Klärschlamm ohne jegliche Behandlung, ist grundsätzlich untersagt. Die Anwendung in Wasserschutzgebieten (Zone I und II), auf staunassen Flächen und in Gewässernähe ist aufgrund einer möglichen Gewässerverunreinigung verboten. Außerdem ist die Anwendung von Klärschlamm jeder Art im Obst- und Gemüsebau, auf Futter- und Weideflächen verboten.
Weitere Anwendungsverbote können sich durch individuelle Anforderungen oder Ankaufsverträge mit der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie ergeben (z.B. Zuckerindustrie, Babynahrung, Mühlen etc.).

N im Klärschlamm
Der Stickstoff im Klärschlamm ist im Mittel zu 30% verfügbar, er liegt zwischen 30 und 50% als Ammonium vor, der Rest ist organisch gebunden. Daher hat der Klärschlamm im zweiten Jahr eine weitere N-Wirkung, die aber recht schnell nachlässt. Der organisch gebundene Stickstoff ist im Ausbringungsjahr zu 25% wirksam aufgrund des günstigen C/N-Verhältnisses.

P im Klärschlamm
Bei regelmäßiger Klärschlammdüngung nimmt der Phosphat-Gehalt im Boden (Nach CAL-Methode ermittelt) langfristig zu. Die Verfügbarkeit des Phosphats im Klärschlamm hängt von der Art der Fällung des Phosphats beim Klärvorgang ab.
Bei der Fällung mit Eisen wird Phosphat als Eisenkomplex gebunden und ist damit für die Pflanze nicht verfügbar. Es Bedarf einer Freisetzung im Boden, die bei den angestrebten pH-Werten für Ackerböden nur unzureichend stattfindet.
Mit Ca gefälltes Phosphat bildet Apatit, was dem Phosphat aus Rohphosphat entspricht. Dieser Apatit geht in den Bodenvorrat ein und wird bei normalen pH-Werten langsam nachgeliefert. Bei hohen pH-Werten und guter Kalkversorgung ist allerdings keine Freisetzung aus dem Apatit mehr zu erwarten. Die P-Wirkung aus Klärschlamm hängt also stark von der Fällungsform zum Einen und von den Bodenkonditionen zum Zweiten ab.

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