| Kartoffel | |
N-Düngung:
- N-Sollwert liegt ohne Korrektur bei 160 kg N/ha (LWK Niedersachsen)
- Bei Qualitätsspeisekartoffeln und Pflanzkartoffeln sollte die N-Menge - je nach Sorte - um ca. 20 - 40 kg/ha verringert werden
- Korrekturen weiterhin für besondere Standortbedingungen, Vorfrüchte und Ernterückstände und langjährige organische Düngung
- Erfahrungswerte für Sorte und Standort
- Eine Teilung der N-Düngung hat gerade auf leichteren Böden in Versuchen Ertragsvorteile gezeigt. Die zweite Teilgabe muss jedoch sicher zur Wirkung kommen. Gerade unter trockenen Bedingungen haben hier nitrathaltige Dünger Vorteile.
Düngung mit P, K, Mg:
Die Kartoffel stellt hohe Ansprüche an die Düngung da sie aufgrund ihres schwach ausgeprägten Wurzelsystems stärker als andere Kulturen auf das Wasser und Nährstoffangebot im Krumenbereich angewiesen ist.
Eine mangelhafte Nährstoffversorgung wirkt sich nicht nur auf den Ertrag, sondern in aller Regel auch auf die Qualität aus.
Die konkrete Düngung hängt von der Verwertungsrichtung der Kartoffeln ab.
Phosphat
- Beeinflusst die Sortierung durch Verbesserung des Knollenansatzes
- In der Jugendphase können auch bei guter Bodenversorgung Engpässe auf Grund niedriger Temperaturen entstehen (siehe Blattdüngung)
Kalium
- Zu hohe Kaliumgehalte mindern die Stärkegehalte und damit die Stärkeerträge
- Kalimangel senkt die Stärkegehalte und beeinflusst die Kocheigenschaften der Sorte
- Kali verbessert die Speisequalität insbesondere die Verringerung der Neigung zu Schwarzfleckigkeit
- Kalimangel führt zu frühzeitiger Abreife und vermindert deutlich den Ertrag
Magnesium
- Die Magnesiumdüngung sollte über den Boden sichergestellt werden. Neben magnesiumhaltigen Kalken bieten sich hier Kieserit, magnesiumhaltige NPK Düngemittel und Kalkammonsalpeter mit Magnesium (Deklaration beachten) an
- Magnesium ist zentrales Bestandteil des Chlorophylls und am der Photosyntheseleistung beteiligt. Magnesiummangel führt zu verminderter Blattlebensdauer und beschleunigter Abreife.
Schwefel
- Der Schwefelbedarf der Kartoffel ist nicht besonders hoch und wird mit der Kalidüngung in aller Regel abgedeckt
Blattdüngung zu Kartoffeln
Kartoffeln können über ihren ausgeprägten Blattapparat die benötigten Nährstoffe über das Blatt sehr effektiv aufnehmen. Das ist gerade bei Trockenheit, relativ kaltem Boden und nicht optimalem pH-Wert des Bodens ein großer Vorteil. Blattdüngung ist effizient, weil sie unmittelbar wirkt: die Pflanze ist nicht auf die Bedingungen der Nährstoffnachlieferungen aus dem Boden angewiesen. Besonders in Phasen hohen Nähstoffbedarfs, beispielsweise zum Knollenansatz, und vor allem unter schwierigen Wachstumsbedingungen, fördert Blattdüngung schnell und gezielt Ertrag und Qualität. Nahezu alle Nährstoffe können über den Blattapparat der Kartoffel gedüngt werden:
- Stickstoff zur gezielten Nachdüngung auf Standorten mit geringer Nachlieferung und zur Verzögerung der Seneszenz (Alterung) z. B. als Harnstofflösung.
- Magnesium bei sauren Standorten mit schlechter Verfügbarkeit oder geringen Bodengehalten
- Phosphat zur gezielten Verbesserung von Ansatz und Knollenwachstum zum entsprechenden Einsatzzeitpunkt
- Mikronährstoffe sind bei Bedarf sehr effizient über das Blatt auszubringen
Mikronährstoffe:
Die Spurenelemente Bor, Kupfer, Mangan, Zink und Molybdän beeinflussen wichtige Stoffwechselvorgänge in der Pflanze, da diese Nährstoffe Bausteine von Enzymen sind. Der Bedarf der Kartoffel ist zwar gering, jedoch ist die Verfügbarkeit aus dem Boden oft durch Trockenheit, geringe Bodengehalte oder nicht optimale pH-Werte eingeschränkt.
Mangan
- Mangel häufig bei nicht angepassten pH-Werten sichtbar; latenter Mangel durch Pflanzenanalysen nachweisbar
- Düngung bei Bedarf: 0,5 bis 4 kg Mn /ha je nach Effizienz des eingesetzten Blattdüngers
Bor
- Zu geringe Bodengehalte meist auf leichten Standorten
- eine Boranalyse sollte auf Kartoffelstandorten bei den regulären Bodenuntersuchungen mit durchgeführt werden
- Düngung: 150 g Bor (z.B: 1 Liter Borethanolamin) ist in der Regel ausreichend
Kupfer
- tritt meist als latenter Mangel auf
- Düngung als Blattdünger am effizientesten. Bei nachgewiesenem Bedarf 250 bis 400 g Cu/ha
Zink
- Mangel ist meist latent
- Düngung als Blattdünger am effizientesten. Bei nachgewiesenem Bedarf 250 bis 400 g Zn/ha
Molybdän
- Molybdän tritt sehr selten als Mangel in Kartoffeln auf
- Molybdän ist im sauren Bereich schlecht verfügbar und tritt daher am ehesten auf anmoorigen Flächen auf
pH-Wert:
- Der pH-Wert ist abhängig von der Bodenart einzustellen
- überhöhte pH-Werte sind wegen der schlechteren Nährstoffverfügbarkeit und der ansteigenden Schorfgefahr zu vermeiden. Für die Bodenart zu geringe pH-Werte haben ebenfalls eine verminderte Nährstoffverfügbarkeit z. B. bei Phosphat zur Folge.





