Harnstoffdünger enthalten 46% Stickstoff als Harnstoff oder Carbamid. Sie werden als Prill und als Granulat angeboten. Neben den reinen Stickstoffdüngern ist Harnstoff mit Schwefel erhältlich. Weitere Nährstoffe wie Kalk oder Magnesium sind im Harnstoff nicht zu finden.


Die Tabelle zeigt, dass Harnstoff ein geringeres Gewicht und eine um den Faktor 1,7 höhere Stickstoffmenge hat als Kalkammonsalpeter. Bezieht man diese Zahlen auf den Lagerraum, in den die gleiche Menge Stickstoff eingelagert wird, so benötigt Harnstoff nur bis zu 20% weniger Lagerraum, als z.B. KAS.
Bezogen auf eine Menge im Düngerstreuer kann mit Harnstoff etwa 20% mehr Stickstoff bewegt werden als dies mit einem Dünger mit einer höheren Schüttdichte der Fall ist. Dünger mit einem hohen spezifischen Gewicht zeichnen sich durch stabile Streubilder aus. Durch schlechte Streueigenschaften kann leichter Harnstoff einen höheren Arbeitsaufwand erfordern, indem z.B. kleinere Arbeitsbreiten angelegt werden. (siehe: Lagerung und Technik > Streutechnik Grundlagen > Düngerstreuen ist Präzisionsarbeit)

Harnstoff kann in allen landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt werden. In Winterkulturen wird die Düngung mit Harnstoff in drei- oder vier geteilten Gaben umgesetzt. Harnstoff durchläuft im Boden Umsetzungsprozesse, bis der Stickstoff als Nitrat vorliegt und erst dann voll pflanzenverfügbar ist. Der Harnstoffstickstoff kann somit nicht immer sicher und bedarfsgerecht platziert werden. (siehe: Grundlagen > N-Effizienz > Umsetzungs-Geschwindigkeit)
Anders als in Winterkulturen wird Harnstoff vor der Saat von beispielsweise Mais oder Zuckerrüben eingearbeitet. Bei der offenen Ausbringung von Harnstoff entstehen während der Umsetzung zu Ammonium gasförmige Stickstoffverluste. (siehe: Grundlagen > N-Effizienz > Gasförmige Verluste)

Vereinzelt wird Harnstoff in der Spritze aufgelöst und über das Blatt mit Pflanzenschutzmitteln appliziert. Es werden Harnstoffmengen bis zu 10 kg Stickstoff je ha ausgebracht. Die Stickstoffmenge ist so gering, dass diese für die Pflanzenernährung kaum eine Rolle spielt.


Neben den geringeren Erträgen und Qualitäten ist bei dem Vergleich von KAS und Harnstoff die hohe Kalkzehrung und das Fehlen der Nährstoffe Kalk und Magnesium zu beachten (siehe: Grundlagen > Mineraldünger > Kalkzehrung).

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