Gülle ist ein Gemisch aus Kot, Harn und Einstreu, deren Wassergehalt sehr unterschiedlich sein kann. Man unterscheidet Vollgülle (Gülle zu Wasser 1:0, breiig), Halbgülle (1:1, dicksuppig) und Dünngülle (1:3, wässrig). Der Nährstoffgehalt hängt von Tierart, Fütterung und Lagerung der Gülle ab. Rindergülle ist reich an K2O, Schweinegülle an N, P2O5 und Cu und Hühnergülle an N, P2O5 und CaO.
Rohgülle vergärt während der Lagerung durch mikrobielle Umsetzung, wodurch Stickstoff aus den organischen Bindungsformen in die mineralische NH4-Form überführt wird. Etwa 40 - 70% des Gesamtstickstoffs in der Gülle entfallen auf Ammonium, welches zwar pflanzenverfügbar, aber im Boden nicht mobil ist. In Abhängigkeit von Temperatur und Bodenfeuchte wird das Ammonium durch Mikroorganismen im Boden zu Nitrat umgewandelt (siehe: Grundlagen > N-Effizienz > Umsetzungs-Geschwindigkeit), was sofort pflanzenverfügbar und mobil im Boden ist. Da dieser Umwandlungsschritt stark von Witterungseinflüssen abhängig ist, kann es bei Gülleanwendung aus diesem Grund zu unerwünschten Stickstoffschüben kommen.
  


Der organische Anteil in der Gülle wird in den Folgejahren mineralisiert und pflanzenverfügbar. Die Mineralisierungsrate beträgt 3 - 8%/Jahr.
Je kotreicher eine Gülle ist, desto größer ist der Anteil organisch gebundenen Stickstoffs.

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