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Grünland

Die Düngung des Grünlandes ist abhängig von:

  • Nutzungsintensität
  • Art der Nutzung (Wiese, Mähweide, Weide)
  • Standortverhältnissen/Pflanzenzusammensetzung
  • Nährstoffnachlieferungen (z.B. aus Beweidung)

Ziel der Düngung:

  • Hohe Grundfutterqualität → hohe Grundfutterleistung

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N-Düngung:

  • N-Bindung aus Leguminosen: ca. 3-4 kg N/ha je Prozent Ertragsanteil im Grünlandaufwuchs (z.B. Weißklee)
  • Stickstoffmangel führt zu:
    • Abnahme der Rohproteinwerte
    • Gräseranteil nimmt ab, Kräuteranteil nimmt zu
    • Mengenertrag wird geringer
  • Höhere Nährstoffmengen zu Vegetationsbeginn ausbringen; mit nachlassendem Wachstum Reduzierung der folgenden Gaben (Siehe hierzu: NL 14, NL 25)

Düngemittel:

  • Schnellwirkende N-Dünger einsetzen wie z.B. Kalkammonsalpeter:
    • langsame Erwärmung des Bodens unter Grünland, daher wird für einen raschen ersten Aufwuchs schnell wirkendes N (Nitrat) benötigt
    • geringe Verluste durch Ammoniakentgasung (ca. 2-4%) im Vergleich zu Harnstoff (hier sind nach Untersuchungen aus Gross-Britannien bis zu 26% Verlust des gedüngten N möglich (Siehe hierzu: NL 21 Ammoniakentgasung)
    • organischer Dünger wie z.B. Gülle → sehr langsam wirkend/stark witterungsabhängig: optimale Ergänzung der Gülle mit nitrathaltigen N-Düngern wie KAS (link Wirkungsgeschwindigkeiten)
    • Streubarkeit:
      • Dünger wie KAS mit hohem spezifischem Gewicht erreichen die gewünschten Wurfweiten und sind weniger windanfällig (link: Streutechnik Grundlagen) als leichtere Produkte

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S-Düngung:

  • intensiver Schnittnutzung/hohe N-Düngung: 20-40 kg/ha Schwefel ergänzen (unterstützt auch die N-Ausnutzung)
  • Schwefelmangel
    • reduziert die N- Ausnutzung und damit den Ertrag
    • führt zu höheren Nitratgehalten im Aufwuchs
    • reduziert die wertvollen S-haltigen Aminosäuren wie z.B. Methionin und Cystein
    • vermindert die Lagerfähigkeit der Silage
  • Schwefel verbessert Ertrag, Futterqualität und Lagerstabilität beim Grünland (siehe auch SNL März 2008)
  • Ca. 20-40 kg S/ha sind im Grünland ausreichend
  • NS-Verhältnis ca. <12/1 optimal
  • Schwefelgabe auf eine Düngung zum 1. und 2. Schnitt aufteilen
  • Tipp: Schwefel in Sulfatform einsetzen, da direkt pflanzenverfügbar
  • Wichtig: in der Gülle ist in der Regel nicht ausreichend pflanzen verfügbarer Schwefel enthalten, daher ist auch bei organischer  Düngung eine Schwefelgabe sinnvoll
               Quelle: incona

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Düngung mit P, K, Mg:

  • Die Grunddüngung sollte nach Bodenuntersuchung erfolgen
  • Kalium Luxuskonsum vermeiden: max. Einzelgaben von 150 kg K2O/ha und Gabe
  • Kalium steht in Konkurrenz mit Natrium und Magnesium, hohe Kalium verfügbarkeiten senken die Aufnahme von Magnesium, Calcium und Natrium: optimal sind Verhältnisse von K:Na=10-20:1 und K20:Mg=1,5-2:1
  • Mg-Mangel häufig auf leichten und sauren Böden mit hohen Niederschlägen
  • Mg-Gehalt im Futter sollte bei 0,18 bis 0,24 % i. TS liegen
  • P-Versorgung beeinflusst vor allem den Anteil wertvoller Leguminosen und Kräuter
  • Die Phosphatform hat eine etwas geringere Bedeutung als im Ackerbau, da die Grünlandböden häufig eine höhere biologische Aktivität im Boden aufweisen
  • Beispiel für die Grunddüngung verschiedener Grünlandstandorte (Quelle: Diepolder, 2009)
  • Tipp: NPK Dünger mit Mg und S einsetzen

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Organische Düngung:

  • Möglichst flüssige Gülle einsetzen
    • läuft besser an Pflanzen ab
    • dringt besser in den Boden ein
    • geringere Ammoniakverluste
  • Grundnährstoffe voll bilanzierbar, da Phosphor und Kali zum größten Teil anorganisch gebunden sind
  • Düngung möglichst direkt nach der Nutzung

Effizienz der Düngemaßnahmen wird erhöht durch:

  • Bodennahe/Verlustarme Ausbringung der Gülle
  • Verbesserte Qualitäten der Grünlandnarben (Grünlandpflege, Weidemanagement)
  • Einsatz verlustarmer und effizienter mineralischer N-Dünger
Wichtig:
  • Mit zunehmendem Alter des Futters steigt der Mengen- und der Rohfasergehalt an, Energie- und Rohproteingehalte sinken → die Verdaulichkeit des Futters nimm ab
  • Je intensiver die Nutzung umso hochwertiger das Grundfutter!
    Mit zunehmender Schnitthäufigkeit oder Weidenutzung steigt parallel zur Düngung auch der Futterwert → Energie- und Rohproteingehalte steigen, Zunahme der Verdaulichkeit

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Natrium Düngung:

  • Empfehlung: ca. 30 kg Na/ha
  • In erster Linie für die Schmackhaftigkeit des Futters → höhere Futteraufnahme
  • Keine ertragssteigernde Wirkung
  • Keine Vorratsdüngung möglich

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Mikronährstoffe:

  • Gehalt ist häufig in Kräutern und Leguminosen höher als in Gräsern
  • Mit fortschreitender Vegetationszeit nehmen die Gehalte häufig zu (ansteigender Leguminosen- und Kräuteranteil)
  • Blätter nährstoffreicher als Stängel
  • In jungen Pflanzen mehr enthalten als in älteren Pflanzen
  • Mn: häufig Mangel auf Niedermoor-Standorten, bei erhöhten pH-Werten, Trockenheit, enwässerten Böden → verringerte Ausdauer wertvoller Bestandsbildner, schlechte Bestockung wertvoller Obergräser, beeinträchtigt Fruchtbarkeit beim Tier
  • Cu: häufig Mangel auf Niedermoor-Standorten und erhöhten pH-Werten → schlechte N-Verwertung, verringerte Ausdauer wertvoller Bestandsbildner
  • Bei Verdacht auf Mikronährstoffmangel möglichst Bodenuntersuchung durchführen
  • Selen: Se ist kein Nährelement für die Pflanzen im Grünland, sondern ist ausschließlich für die Versorgung von Mensch und Tier notwendig; eine Düngung mit Selen kann die Se-Versorgung und –Ausnutzung bei Mensch und Tier verbessern; Bsp. bei Mangel an Selen, Selendüngung: 5-10g Se/ha/Jahr (Mengen von über 5 mg/kg TM wirken toxisch)

pH-Wert / Kalkung:

  • Optimal: Sandboden 5,0          lehmige Sande 5,5-6               Lehm 6,0
  • Einsatz möglichst kohlensaurer oder silikatischer Kalke

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Pferdeweiden:

  • Wichtig: sehr gute Weidepflege (Lücken, Unkrautdruck, Geilstellen) + angepasste Düngung: unterlasse N-Düngung und mangelnde Pflege fördert die Ansiedlung minderwertiger Pflanzen (z.B. Jakobskreuzkraut)!

N-Düngung:

  • 1. und (je nach Standort und Besatzdichte) 2. Gabe je ca. 30-40 kg N/ha
  • Möglichst keinen Pferdemist (Weidehygiene) oder andere org. Dünger ausbringen (z.B. Schweinegülle: Schmackhaftigkeit etc.)
  • Wenn organischer Dünger ausgebracht wird dann möglichst gut verrottet (Mist) und nach Beweidung im Herbst
  • Fruktane (Hufrehegefahr): nach neueren Untersuchungen wird durch angepasste N-Düngung der Fruktangehalt im Aufwuchs reduziert, da Fruktane in erster Linie als Reservestoffe bei geringem Nährstoffangebot, kalten Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung  gebildet werden
  • KAS wirkt aufgrund seines Anteils an schnellverfügbarem Nitrat auch bei niedrigen Bodentemperaturen rasch → frühe Beweidung möglich

Grunddüngung:

  • Die Grunddüngung sollte nach Bodenuntersuchung erfolgen, die LUFAen bieten hier häufig eine gesonderte Untersuchung speziell für Pferdeweiden an
  • Bsp. Versorgungsstufe C: 15 kg/ha P2O5, 55 kg/ha K2O, 10 kg/ha MgO

Schwefeldüngung:

  • Schwefel erhöht nachweislich die Erträge im Grünland und verbessert die N-Ausnutzung, daher sollte auch bei Pferdeweiden die S-Versorgung abgedeckt werden (z.B. mit der Grunddüngung)

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