Die flüssige Ammonium-Nitrat-Harnstofflösung (AHL) enthält als handelsübliche Ware 28% Stickstoff (25% Ammonium, 25% Nitrat, 50% Harnstoff). Diese ist auch um den Nährstoff Schwefel erweitert erhältlich und enthält dann 24% Stickstoff und 3% Schwefel.
Ammoniumsulfat-Lösung sollte mindestens 8% Stickstoff und 9% S enthalten, um als solche laut Düngeverordnung verkehrsfähig zu sein. Weitere Nährstoffe sind in Düngerlösungen nicht enthalten.

Die AHL kann mit entsprechender Technik in allen landwirtschaftlichen Kulturen ausgebracht werden. Die Düngung erfolgt zu gleichen Terminen und zu gleichen Mengen wie die Düngung mit Feststoffdüngern.
Werden die Nährstoffe flüssig auf den Boden ausgebracht, unterscheiden sie sich in deren Wirkung nicht grundsätzlich von denen, die in fester Form als Harnstoff oder KAS ausgebracht werden.

Bei genauer Betrachtung wird im Vergleich zu Feststoffdüngern jedoch die Kontaktfläche von flüssigen Düngerlösungen zu Pflanzen, Boden und Luft durch die Ausbringung mit der Spritze vergrößert. Mit Pflanzenschutzdüsen wird die größte Oberfläche geschaffen. Aber selbst mit Mehrlochdüse oder Schleppschläuchen wird eine größere Kontaktfläche geschaffen als dies bei Feststoffdüngern der Fall ist. Wesentlich wird dies durch den Harnstoffanteil in der Lösung hervorgerufen, denn: In diesen Punkten begründen sich wesentlich die deutlichen Ertrags und Qualitätseinbussen der Düngung mit einer AHL im Vergleich zu Ammonnitrat. Im Vergleich zum KAS ist die hohe Kalkzehrung von Bedeutung, sowie das Fehlen der Nährstoffe Kalk und Magnesium (siege: Grundlagen > Mineraldünger > Kalkzehrung).

Bei praxisüblicher N-Düngung zeigt KAS deutliche Ertragsvorteile gegenüber AHL


Hinweise zur Düngung mit AHL:
  • Kommt es durch den Einsatz von Düngerlösungen zu Verätzungen an der Pflanze, so kann sich der Zellinhalt von der Zellwand lösen. Dieser Vorgang ist unumkehrbar und kann den Verlust wertvoller Blattfläche als Assimilationsfläche bedeuten.
  • Die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln kann mit AHL kombiniert werden. Allerdings können bei geringem Verätzungsrisiko nur geringe Stickstoffmengen ausgebracht, so dass diese für die Pflanzenernährung kaum eine Rolle spielen.
  • Eine volle Überfahrt zur Düngung kann nur selten eingespart werden, da oft der Düngungstermin und Ausbringungszeitpunkt der PSM nicht identisch sind.
  • Die Wasserzufuhr durch flüssige Dünger ist zu vernachlässigen. Bei 200l Spritzflüssigkeit werden auf einem m² nur 0,02l Flüssigkeit ausgebracht, also ein Bruchteil dessen, was eine Nacht mit kräftigem Tau bringt, nämlich 1l Wasser je m².

>> zum Seitenanfang