| Fertigation | |
Was ist Fertigation?
Fertigation ist ein Kunstwort ausFertilizer=Dünger und Irrigation=Bewässerung
Es bedeutet das Ausbringen von flüssigen oder wasserlöslichen Düngern durch ein Bewässerungssystem. Besonders wassersparend ist Fertigation mittels Tropfbewässerung. Dies führt zu einer definierten Bewässerungs-und Düngezone direkt im Wurzelbereich der Pflanze.

Fertigation ermöglicht die optimale Zufuhr von Pflanzennährstoffen
- Was gebraucht wird (Düngertyp)
- Wann es gebraucht wird
- In der richtigen Menge
Daher wird durch Fertigation eine gezielte Steuerung der Bestandsentwicklung über die Düngung ermöglicht.
Weitere Informationen finden Sie auch hier.
Vorteile der Fertigation:
- Vorteile bei der Pflanzenernährung
- optimales Nährstoff- und Wassermanagement
- Zeitgenaue Ausbringung von kleinen Düngermengen genau in den aktiven Wurzelbereich
- Extrem hohe Nährstoffeffizienz
- Im Vergleich zu herkömmlicher Düngung werden deutliche höhere Erträge und bessere Qualitäten erzielt
- Kurzfristige Anpassung an Nährstoffmangel
- Nährstoffe können zu jeder Zeit ausgebracht werden und sind sofort verfügbar
- Reduziert Stressfaktoren
- Kleine Düngermengen regelmäßig ausgebracht sorgen für eine gesunde und aktive Wurzelzone
- Große Mengen einmal gedüngt verursachen häufig Salzstress
- Bessere Verfügbarkeit
- Kleine Düngermengen sind besser verfügbar als große Mengen die einmal im Jahr gegeben werden
- Vorteile bei der Ausbringung
- Nährstoffausbringung ist unabhängig vom Wetter oder der Befahrbarkeit des Feldes
- Gleichmäßige Ausbringung und damit ein gleichmäßiger Bestand
- Präzise Platzierung des Düngers
- Wo Wasser ist sind auch Wurzeln: somit kommt der Dünger genau in den Wurzelbereich und kann direkt aufgenommen werden
- Vorteile zum Schutz der Umwelt
- Geringe Nährstoffverluste
- Die genaue Platzierung des Düngers in den Wurzelbereich verhindert Auswaschung etc.
- Zeitgenaue Düngung
- Keine Verluste von Düngern durch Düngungsmaßnahmen während Vegetationspause
- Fertigation erspart Arbeit
- Geringe Arbeit und Kosten bei der Ausbringung
- keine zusätzlichen Überfahrten
- geringere Bodenverdichtung da keine schweren Maschinen im Einsatz
- Komfortabel
- Da der Dünger mit dem Wasser ausgebracht wird muss nur bewässert werden
- Ertragsvorteile bei Ausgewählten Kulturen

- Nutzen der Fertigation
- Ertragsvorteile im Hinblick auf Quantität, Qualität und Gleichmäßigkeit der Bestände
- Ökonomische Vorteile: Sehr effizient, höherer Gewinn
- Ökologische Vorteile: Keine Auswaschung
- Optimale Kulturführung
- Fachlich gute Arbeitsweise

Tropfschlauchverlegung beim Häufeln der Kartoffeldämme

gleichmäßige Wasserverteilung
- Beerenost allgemein
- Obst allgemein vor allem Apfel und Kirsche
- Fruchtgemüse wie Zucchini, Kohlarten
- Hopfen
- Zwiebeln
Technik:
Aufbau einer Fertigationsanlage mit Düngereinspeisung:
Eine Tropfanlage besteht aus einer Kopfstation (Ventilgruppe) mit Absperrhähnen der Düngereinspeisung, einem Magnetventil und einem Be- und Entlüftungsventil. Von der Kopfstation geht ein Verteilrohr ab. An dieser Querverteilung sind mehreren Abgänge an denen die eigentlichen Tropfleitungen angebracht sind. Mehrere Tropfrohre sind am Ende mit einer Spülleitung und Spülventil zusammengefasst (sinnvoll zur Wartung des Systems).
Zur Veranschaulichung der Technik finden Sie hier ein Video der Firma Netafim zur Fertigation: http://www.netafim.de/img/new_sys/media2/4/449_6205.wmv

Beispiel einer Kopfstation
Düngekonzepte
Nachfolgend finden Sie 2 Beispiele, von Yara Düngekonzepten zur Fertigation:
Fertigation von Kartoffeln:
Auf Grund ihrer relativ flachgründigen Wurzelzone in den oberen 25 - 30 cm verlangt die Kartoffelpflanze stets eine feuchte Bodenzone. Außerdem wird durch die Befeuchtung der Boden in der heißen Jahreszeit erheblich abgekühlt. Unabhängig von der Bewässerungsmethode werden kurze Bewässerungsabstände gewählt. Bei einer übermäßigen Wassergabe kann es zu einem Luftmangel und zur Ausbildung von Gelbstellen kommen.
Die Kartoffelpflanze ist gegenüber salzhaltigem Wasser empfindlich, und ein steigender Salzgehalt führt zu einem zunehmenden Ertragsverlust. Eine Tropfleitung sollte je Pflanzreihe mit einem Tropferabstand von 0,6 - 0,8 m ( je nach Bodenart) vorhanden sein. Das Tropfrohr sollte vorzugsweise auf dem Furchenrücken verlegt werden, in schweren Böden jedoch in der Furche selbst. Kurze Bewässerungsabstände sind zu bevorzugen. In leichten Böden sollte eine Wassergabe pro Tag aufgebracht werden, in schweren Böden genügt ein Bewässerungsabstand von 2 Tagen.

Fertigation von Kartoffeln in der Praxis
Standardkonzept zur Fertigation von Kartoffeln
Breitflächige Düngung vor dem Pflanzen mit ca. 40% der benötigten Gesamtnährstoffmenge.
- Nitrabor (N,Ca, B)
- P, K , Mg (z.B. TSP, Patentkali)
Fertigation ab ca. 10 cm Aufwuchshöhe ( 60% der Gesamtnährstoffmenge)
Es wird 1 mal je Woche fertigiert über 10 –14 Wochen je nach Sorte und Klimabedingungen mit:
- YaraLivaTM CalcinitTM (Kalksalpeter)
- KristaTM-MAP (Monoammoniumphosphat)
- KristaTM-K (Kaliumnitrat)
- Bittersalz
Fertigation von Erdbeeren:
In den letzten Jahren hat sich die Anbauweise von Erdbeeren deutlich verändert. Neben dem vermehrten Einsatz von Mulchfolie wird auch zunehmend mit Tropfbewässerung gearbeitet. Diese Art des Anbaus ist aufwendiger und verursacht zusätzliche Kosten für Technik (Tropfschläuche, Düngerzudosierung) und Dünger (vollwasserlösliche Düngemittel). Der Einsatz von Tropfbewässerung mit einer Düngerzugabe zum Bewässerungswasser (Fertigation) hat aber deutliche Vorteile hinsichtlich Fruchtertrag und -Qualität und ist daher absolut wirtschaftlich. Die Düngung spielt dabei generell eine wichtige Rolle.
Bedeutung der Düngung im Erdbeeranbau
Insgesamt macht der Anteil der Düngerkosten im Erdbeeranbau nur einen ganz kleinen Teil der Gesamtproduktionskosten aus (1-2 %). Fehler bei der Düngung haben aber extreme Auswirkung auf den Gewinn. Durch zu geringe Düngung wird das Ertragspotential nicht ausgeschöpft und die Qualität geht zurück.
Nährstoffaufnahme von Erdbeeren (Sorte Elsanta; Lieten, 1995)

Fertigations-Konzept mit KristalonTM und YaraLivaTM CalcinitTM
Für die Fertigation von Erdbeeren wird der voll wasserlösliche Dünger KristalonTM Rot (12+12+36+1+Mikro) sowie YaraLivaTM CalcinitTM (Kalksalpeter wasserlöslich) eingesetzt. In Holland ist KristalonTM bereits seit Jahren der Standarddünger in der Erdbeerproduktion. KristalonTM Rot enthält alle Spurenelemente (chelatisiert) und verfügt über einen hohen Nitratanteil. Dies wirkt sich positiv auf das Wurzelwachstum aus und gewährleistet eine hohe Fruchtproduktion. YaraLivaTM CalcinitTMenthält neben 15,5 % Stickstoff (14,4 % als Nitrat) auch 19,0 % voll wasserlösliches Calcium und trägt damit wesentlich zur Calciumernährung der Erdbeere bei. Nachfolgend ein Beispiel einer Fertigationsdüngung zu Erdbeeren
Normalkultur:
-
- zur Pflanzung (August):
- eine geringe Grunddüngung mit YaraMilaTM Complex (NPK-Dünger 12+11+18+2+Mikro): 200 kg je ha am besten in die Reihe gedüngt; bei guten Bodenverhältnissen und gutem Wassermanagement (gleichmäßige Durchfeuchtung durch die Tropfbewässerung) kann auf die Grunddüngung ganz verzichtet werden.
- eine geringe Grunddüngung mit YaraMilaTM Complex (NPK-Dünger 12+11+18+2+Mikro): 200 kg je ha am besten in die Reihe gedüngt; bei guten Bodenverhältnissen und gutem Wassermanagement (gleichmäßige Durchfeuchtung durch die Tropfbewässerung) kann auf die Grunddüngung ganz verzichtet werden.
- danach bis Ende September:
- ca. 100 kg/ha KristalonTM Rot
- ca. 100 kg/ha YaraLivaTM CalcinitTM
- abwechselnd regelmäßig fertigieren
- im Frühjahr
- ab Vegetationsbeginn bis eine Woche vor Pflückende
ca. 200 bis 300 kg/ha KristalonTM Ro
ca. 100 bis 150 kg/ha YaraLivaTM CalcinitTM jeweils in Gaben a 25 kg
- ab Vegetationsbeginn bis eine Woche vor Pflückende
Das entspricht etwa 25 kg Dünger (KristalonTM oder YaraLivaTM CalcinitTM) alle 4 bis 7 Tage je nach Gesamtdüngerhöhe (300 kg bis 450 kg/ha). Man gibt auch hier 2 mal KristalonTM Rot und 1 mal YaraLivaTMCalcinitTM jeweils im Wechsel.
Die angegebenen Mengen sind Richtwerte, die noch an die jeweiligen Bodenbedingungen angepasst werden sollten. Die Nmin-Gehalte vor der Pflanzung bzw. im Frühjahr sollten z.T. berücksichtigt werden.Praktischer Einsatz
Die jeweilige Düngermenge wird über entsprechende zu Dosiereinrichtungen zugegeben, wenn man mit einer Stammlösung arbeitet, die z.B. über einen Bypass (Venturi) zu dosiert wird. Es sollte eine 10 bis 15%ige Stammlösung (d.h. 100 bis 150 kg Dünger je 1000 Liter Wasser) angesetzt werden. Man stellt die Tropfbewässerung an und gibt zunächst so lange Wasser bis die Schläuche mit Wasser gefüllt sind. Die Düngerlösung wird dann über einen möglichst langen Zeitraum zu dosiert (hängt von der Gesamtwassergabe ab). Nach dem zu dosieren sollte jeweils noch mal mit klarem Wasser gespült werden. Die Spülzeit richtet sich nach dem Tropfsystem.
Fertige Fertigationskonzepte zu Obstbau, Gemüsebau und landwirtschaftlichen Kulturen können gerne bei uns angefordert werden.
Ansprechpartner:
Haben Sie Fragen zur Fertigation? Unser Experte steht Ihnen gerne zur Verfügung!
Ihr Ansprechpartner : Ralf Köhling, Tel: 06026-994570, Mobil: 0171-3002695





