Kalzium hat weniger für die Ernährung der Pflanzen als vielmehr für die Bodenbildung eine Bedeutung. Kalzium liegt in Salzen als Kalzium-Carbonat in Form von Calcit, Dolomit und Kalzium-Phosphat sowie in basischen Gesteinen vor. Kalke unterscheiden sich im Ausgangsmaterial und der anschließenden Herstellung. Im Tagebau abgebauter Kalkstein wird anschließend vermahlen. Kohlensaurer Kalk entsteht, der mit zunehmenden Vermahlungsgrad eine größere Oberfläche erhält. Damit einher steigt die Reaktivität. Neben dem Kalkgehalt kommt dem Magnesiumgehalt eine wichtige Bedeutung zu, denn Magnesium hat etwa ein 1,4-fach höheres Säurebindungsvermögen als CaO.
Wird Kalkstein gebrannt entsteht Branntkalk. Wird dieser anschließend mit Wasser vermischt entstehen gelöschte Kalke. Die Reaktivität kennzeichnet die Wirkungsgeschwindigkeit.

Aufgaben in der Pflanze:
  • Bau- und Funktionselement -> Kalziumpektin trägt zur Versteifung der Zellwände bei, hat entquellende Wirkung, fördert Funktionsfähigkeit und Stabilität der Zellmembran
  • Reifeförderung -> Kalzium wirkt der durch Kalium bedingten Permeabilität entgegen und fördert so die Reifung
  • Bedeutung für Pflanzen- und Wurzelwachstum -> unterstützt die Zellstreckung

Kalziummangel:

  • Chlorose junger Blätter -> die schlechte Beweglichkeit von Calcium führt bei einer Unterversorgung zu gestörtem Wachstum der jüngeren Blätter
  

                                          Kalzium-Mangel bei Kartoffel, Quelle: Yara                                                                                                 


Kalzium im Boden:


Im Boden trägt Kalzium in erster Linie zur Stabilisierung der Bodenstruktur bei. Die optimale Versorgung des Bodens bewirkt daher eine Verbesserung der Bodenstruktur. Somit wird die Neigung zur Erosion und zur Verschlämmung vermindert. Außerdem wird die biologische Aktivität und somit die Umsetzung organischer Substanz im Boden gefördert. Der für die Bodenart optimale pH-Wert verbessert die Ausnutzung der einzelnen Nährstoffe. (siehe: Angewandte Düngung > Kalk)


Quelle: incona Foliensammlung                                                                                                                        

Kalkung

Je nach Aufkalkungsziel und Bodenart muss entschieden werden, ob ein gebrannter oder ein ungebrannter Kalk zur Anwendung kommt. Branntkalke (CaO und MgO) besitzen die höchste Nährstoffkonzentration und können den pH-Wert des Bodens am schnellsten anheben. In gebrannter Form als CaO oder MgO setzt Kalk seine säurebindende Wirkung sofort um. Daher ist eine unmittelbare Einarbeitung nach Ausbringung wichtig, damit er mit dem Bodenwasser reagieren und seine volle Wirkung entfalten kann.
Kalke in carbonatischer Bindungsform (kohlensaure Kalke) wirken langsamer als Branntkalke. Sie werden vor allen für die Erhaltungskalkung eingesetzt. Neben den Inhaltsstoffen ist vor allem der Vermahlungsgrad das wichtigste Qualitätskriterium. Carbonatische Kalke sind gering wasserlöslich und müssen daher fein vermahlen werden, damit sie als Dünger im Boden zur Wirkung kommen. Mit stärkerer Vermahlung steht eine größere Oberfläche für die Reaktion mit Säuren zur Verfügung und umso sicherer und schneller tritt die Kalkwirkung ein. Beim Einsatz grob vermahlener Kalke muss daher die Aufwandmenge höher angesetzt werden als bspw. bei mikrofeiner Vermahlung. Um eine zügige Kalkwirkung zu erhalten, sollten carbonatische Kalke einen Vermahlungsgrad von mind. 0,2 mm und feiner aufweisen. (siehe: Angewandte Düngung > Kalk)

Es gibt neben den Kalkdüngern auch noch mineralische N-Dünger wie z.B. Kalkammonsalpeter (Mineraldünger > KAS) und Yara Sulfan (Mineraldünger > AN+S), die Kalzium enthalten.

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