Die wirtschaftliche Höhe von Düngungsmaßnahmen orientiert sich an der Ertragsleistung des jeweiligen Standortes. Dies kann durch Düngeversuche in den Anbauregionen demonstriert werden, bzw. hat der Landwirt genügend Erfahrung um dies auf Grund jahrelanger Beobachtung für seinen Betrieb beurteilen zu können.
Aus speziell angelegten Stickstoffsteigerungsversuchen, die die rechnerisch und graphisch aufbereitet werden lassen sich folgende Gesetzmäßigkeiten ableiten:
- Es kommt das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs zum Tragen. Das bedeutet, dass der Ertragszuwachs mit der stufenweise gesteigerten Düngung geringer wird; und zwar so lange, bis der optimale Ertrag erreicht wird.
- Aus der Auswertung dieser Versuche ist zu folgern, dass bei verhaltener Stickstoffdüngung das Ertragsoptimum nicht erreicht wird, bzw. bei einer Düngung über den Optimalertrag hinaus Geld verschenkt wird.
- Abgestimmt auf die speziellen Verhältnisse ist eine Düngung rentabel, so lange der eingesetzte Nährstoff noch den Ertrag erzielt um die Einsatzkosten bezahlen zu können. Ein leicht zu kalkulierender Maßstab für die Wirtschaftlichkeit ist die Leistung von 1 kg Nährstoff. Unter den derzeit wirtschaftlichen Gegebenheiten liegt die Rentabilitätsschwelle bei 5 – 6 kg erzeugtes Getreide.
Berechnung der ökon. optimalen N-Düngermenge
(Das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs)
Bereinigt man in diesen Berechnungen den pflanzenbaulich erreichbaren Ertrag um die N- Düngekosten, so errechnet sich der ökonomische Optimalertrag. Meist liegen der pflanzenbaulich erreichbare Optimalertrag und der ökonomische Optimalertrag nahe beieinander.
Berechnung der ökonomisch optimalen N-Düngermenge
Wirtschaftlichkeit der Nitratdüngung:
Aber wie verhält es sich bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit, wenn Stickstoffdünger mit verschiedenen Stickstoffformen verglichen werden?
Die Nährstoffformen die in den Stickstoffdüngemitteln enthalten sind, sind maßgebend für deren Wirkung. Hinzu kommen weitere Vorteile, die in einer wirtschaftlichen Betrachtung berücksichtigt werden sollten:
- Verfügbarkeit des Stickstoffs
Umsetzungsvorgänge im Boden nehmen Einfluss auf die Verfügbarkeit des Stickstoffs für die Pflanzen. Bei nitrathaltigen Düngern wie bspw. KAS wird der enthaltene Nitratanteil sofort pflanzenverfügbar, während der Ammoniumanteil später zur Wirkung kommt. Das hat Vorteile für die Stickstoffversorgung der Pflanzen.
- Stickstoffverluste
Umsetzungsvorgänge im Boden verursachen in der Regel N- Verluste.
Bei Harnstoff sind dies rd. 15 % des gedüngten Stickstoffs (gasförmig).
Durch Immobilisation und Fixierung tritt besonders bei erhöhter N-Düngung im zeitigen Frühjahr bei stark ammonium- und harnstoffhaltigen Düngemitteln eine Festlegung auf. Dieser Stickstoff ist nicht direkt pflanzenverfügbar.
Diese Einflüsse haben direkte Auswirkungen auf die Ausnutzung des gedüngten Stickstoffs. In der Regel werden diese Nachteile durch eine erhöhte Düngung ausgeglichen und erhöhen somit die Düngungskosten.
Weitere Vorteile nitrathaltiger Stickstoffdünger:
- Begleitnährstoffe
Nitrathaltige Stickstoffdünger enthalten im wesentlichen Kalk als Begleitnährstoff. Damit wird der Kalkhaushalt im Boden, der auch durch die Stickstoffdüngung beansprucht wird, entlastet.
- Streutechnik
Bei nitrathaltigen Düngern sind durch das hohe spezifische Gewicht und eine ausgewogene Korngrößenverteilung von 2 bis 5 mm die Voraussetzungen gegeben um eine gleichmäßige Düngerverteilung zu erhalten.
Streufehler mit qualitativ ungünstigen Düngern führen zu:
Mindererträgen
Qualitätseinbußen
Erschwerter Bestandesführung
Ungleichmäßiger Abreife
Ernteerschwernis
Fazit:
Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit kann nicht nur der Einkaufspreis der Düngemittel herangezogen werden.
Eine Beurteilung, die den Erfolg der Düngemaßnahme widerspiegelt ist nur dann gegeben, wenn neben den o.g. Punkten auch
- die Ertragsleistung der Düngemittel, sowie
- der notwendige Mehr- oder Minderaufwand an Stickstoff
in die Kalkulation einfließen.
>> zum Seitenanfang